The Well
Horror / Splatter
Regie: Federico Zampaglione
Italien / 2024
Eine junge Kunstrestauratorin reist in ein kleines italienisches Dorf, um ein mittelalterliches Bild zu bearbeiten. Doch was sie nicht ahnt: Das Gemälde birgt einen uralten Fluch, und bald muss sie sich gegen ein grausames Monster zur Wehr setzen, das es auf sie abgesehen hat. Zeitgleich treibt ein brutaler Serienkiller sein Unwesen, der seine Opfer in ein düsteres Kellerverlies sperrt. In dessen Mitte befindet sich ein mysteriöser Brunnen, verschlossen mit Bannformeln – aus gutem Grund. Die Grenzen zwischen Realität und Albtraum verschwimmen.
Ich wusste im Vorfeld über diesen Film nur, dass es um eine Restauratorin geht, die ein Bild wiederherstellen soll und dabei Schreckliches zutage fördert. Statt einer Hexengeschichte sehen wir hier jedoch eine teilweise wüste Splatterorgie, die sicherlich zu dem Brutalsten gehört, was in diesem Jahr erscheinen wird (TERRIFIER 3 habe ich nicht gesehen, aber der treibt es sicher noch ein wenig doller).
Hier werden Gliedmaßen abgehackt, Augen eher unfreiwillig und gewaltsam entfernt, Haut abgezogen und Knochen bearbeitet. Ich habe mit solchen Szenen kein grundsätzliches Problem, aber sie sind in meinen Augen kein Qualitätsmerkmal für einen guten Film. Die Gorefreunde werden hier allerdings ihre helle Freude haben.
Zwischen dem ganzen Gemetzel versucht ausgerechnet Lauren LaVera, ein wenig schauspielerische Qualität hereinzubringen – was fast schon ein Treppenwitz ist, da man sie ja aus TERRIFIER 2 kennt und sie offenbar eine gewisse Vorliebe für Splatterfilme hat. Auch ihr neuer Streifen THE FETUS sieht jedenfalls nicht gerade nach romantischer Komödie aus.
Die Geschichte ist insgesamt gar nicht mal schlecht, und auch die Auflösung ist nachvollziehbar, auch wenn man in einigen Szenen das schmale Budget deutlich sieht. Das Geld wurde offenbar vor allem ins Gemetzel investiert – denn diese Effekte wirken größtenteils handgemacht und entsprechend derb.
Warum das Monster da unten überhaupt herumläuft, habe ich allerdings nicht verstanden – genauso wenig wie seine lackierten Fingernägel und sein derb geschminktes Gesicht. Welchen Sinn soll das haben?
Unter dem Strich ist das hier vor allem eine Freude für Menschen, die gerne Blut sehen, denn viel Brutaleres wird man in diesem Land im Jahr 2025 wohl kaum mehr serviert bekommen – es sei denn, man wildert im Underground oder im Darknet. Der Film selbst ist ordentlich und hat zudem noch ein wirklich schönes, fieses Ende zu bieten. Ein bisschen mehr Budget wäre allerdings wünschenswert gewesen.