Riff Raff
Komödie / Crime
Regie: Dito Montiel
USA / 2024
Vincent führt auf seine alten Tage ein zufriedenes Leben gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau Sandy und ihrem Sohn DJ. In ihrem abgelegenen Ferienhaus wollen sie gemütlich das Jahresende feiern, doch als plötzlich mitten in der Nacht Vincents Sohn Rocco aus erster Ehe mit seiner hochschwangeren Freundin auftaucht, ist es um die Silvesterruhe geschehen. Im Schlepptau hat er außerdem Vincents Exfrau Ruth.
Vincent ahnt Böses – und soll recht behalten: Rocco wird von Mafiaboss Leftie und seinem Handlanger Lonnie verfolgt. Die unfreiwillige Family Reunion wird von der Vergangenheit eingeholt, und plötzlich sehen sich alle Familienmitglieder mit einer tödlichen Gefahr konfrontiert.
Die Besetzung dieses Streifens lässt definitiv aufhorchen: Ed Harris (alt geworden), Bill Murray (auch alt geworden), Jennifer Coolidge (sah schon immer alt aus) und Gabrielle Union sind schon mal eine Ansage. Doch kann der Film diese Besetzung dann auch rechtfertigen?
Zu Beginn sind die witzigsten Beiträge eigentlich das dauerhafte Gefluche von Harris. Ich glaube, ich habe in einem Film noch nie so oft das Wort „Scheiße“ in den verschiedensten Variationen gehört wie hier.
In der ersten Phase plätschert der Film dann allerdings etwas vor sich hin und will nicht so recht in die Gänge kommen. Erst mit dem Erscheinen von Murray wird es deutlich besser, und die skurrile Situation, in der alle Beteiligten aufeinandertreffen, ist dann auch das Highlight des Streifens. Die Dialoge sind hier teilweise wirklich witzig, und insbesondere der gute Bill haut einen Spruch nach dem anderen raus.
Aber auch Coolidge hat vom Drehbuch ein paar amüsante One-Liner in den Mund gelegt bekommen, die sie mit ihrer Mimik perfekt untermalt – dazu passt auch ihr leicht nuttiges Auftreten.
Nun ist RIFF RAFF nichts wirklich Neues, und die Geschichte gab es so oder so ähnlich schon mehrfach – mit Gangstern, die sich in der wohlverdienten Rente befinden und dann von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Selten allerdings war das Ganze so gut besetzt.
Unter dem Strich ist der Streifen durchaus unterhaltsam, hat aber gerade in der ersten Hälfte doch ein wenig Leerlauf im Gepäck, weil die Familiengeschichte etwas zu sehr ausgebreitet wird – was es eigentlich gar nicht gebraucht hätte. Zudem wirkt die Figur des DJ ein wenig wie ein Fremdkörper; den hätte ich persönlich komplett weggelassen.
Fazit: Recht amüsante Komödie mit Starbesetzung, die allerdings nicht durchgehend zeigen kann, was möglich gewesen wäre. An manchen Stellen hätte man die Geschichte etwas straffer erzählen können. Die letzte halbe Stunde entschädigt dafür aber einiges.