Locked
Thriller
Regie: David Yarovesky
USA 2024
Als Eddie in einen luxuriösen Geländewagen einbricht, ahnt er nicht, dass er in eine perfekt vorbereitete Falle gerät. Der Besitzer des Wagens, William, hat das Fahrzeug manipuliert, um auf seine ganz eigene, grausame Art Gerechtigkeit zu üben.
Gefangen im Auto kämpft Eddie ums Überleben, während William ihn mit Elektroschocks durch den Sitz quält, ihn über die Klimaanlage auskühlt und ihn zwingt, mitanzusehen, wie das ferngesteuerte Fahrzeug Unschuldige in Gefahr bringt. Und das ist erst der Anfang.
Damit ist im Grunde auch schon alles zur Handlung gesagt, denn viel mehr passiert in diesem Film tatsächlich nicht. Die entscheidende Frage ist also: Reicht dieses Szenario für einen abendfüllenden Spielfilm?
Unterm Strich kann man das bejahen. LOCKED ist über weite Strecken sehr unterhaltsam, auch wenn die Geschichte gegen Ende zunehmend unlogischer wird. Bei einem Film mit dieser Prämisse muss man das allerdings wohl oder übel in Kauf nehmen.
Die klaren Highlights sind für mich die Auftritte von William. Seine Monologe – die in der deutschen Fassung überraschend gut übersetzt wurden – machen großen Spaß. Anthony Hopkins merkt man deutlich an, dass er Freude daran hat, hier den fiesen Spinner zu geben, der ohnehin nichts mehr zu verlieren hat und seine letzten Tage mit makabren Spielchen verbringen will.
Beim Gegenpart hätte ich mir zwar jemand anderen vorstellen können als Skarsgård, aber er spielt die Opferrolle durchaus solide. Seinen Look und seine Attitüde nimmt man ihm allerdings nicht immer vollständig ab – dafür verbindet man ihn einfach zu sehr mit einem ganz anderen Image.
Zum Glück hat der Film genau die richtige Laufzeit. Noch länger hätte das Ganze – nicht zuletzt wegen der einen zentralen Location – schnell ermüdend werden können. Auch der Auftritt von Hopkins kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, um die Sache noch einmal anzuheizen.
Sam Raimi war als Produzent beteiligt, was natürlich groß auf dem Cover beworben wird, damit auch ja jeder denkt, er habe den Film selbst gedreht. Regie führte aber David Yarovesky, der zuvor mit BRIGHTBURN bereits positiv aufgefallen ist und hier sichtbar mehr Budget zur Verfügung hatte.
Fazit: Ein launiger, wenn auch an manchen Stellen ziemlich weit hergeholter Thriller, der aus seiner sehr begrenzten Ausgangslage erstaunlich viel herausholt und durchgehend ordentlich unterhält. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.