Elyas
Action / Thriller
Regie: Florent-Emilio Siri
Frankreich / 2024
Elyas, ehemaliger Soldat der Special Forces, einsam und paranoid, wird Leibwächter für Nour, 13 Jahre alt, und ihre Mutter Amina, die aus dem Nahen Osten nach Frankreich gekommen sind. Während sich der Ex-Krieger und das Mädchen langsam aneinander gewöhnen, werden sie von einem mysteriösen Kommando ins Visier genommen. Elyas wird vor nichts zurückschrecken, um sie zu retten.
Das hört sich nach viel Pathos und dem typischen „alter Recke beschützt Mädel mit aller Macht“-Schema an, und auch diese Geschichte wurde schon 100 mal verfilmt, wie z.B. mit Denzel Washington in MAN ON FIRE.
Aber ELYAS ist deutlich nuancierter. Insbesondere die erste Stunde ist richtig gut geworden, denn die Geschichte ist deutlich vielschichtiger, als sie zunächst aussieht. Zudem beginnt der Film ohne Umschweife und Leerlauf gibt es eigentlich gar keinen.
Natürlich übertreibt der Streifen gegen Ende mal wieder, denn da rennt der vermeintliche Held mal wieder alleine auf 30 andere zu. Hätte man das etwas anders gelöst, wäre hier auch noch ein Punkt mehr möglich gewesen, denn die erste Stunde ist wirklich hervorragend.
Florent-Emilio Siri ist zurück. Lange Zeit hat man nichts mehr von ihm gehört, nachdem er jahrelang das französische Kino mitgeprägt hat. Seine Streifen sind meistens mit reichlich Action versehen, haben aber trotzdem noch etwas Tiefgang. Schaut man mal bei IMDb, ist kein einziger seiner Filme unter einem 6er-Schnitt zu finden.
Zudem ist der kantige Roschdy Zem natürlich auch die Idealbesetzung für diesen Streifen. Sehr oft, wenn man einen Typen mit stoischem Blick sucht, wird der Mann gecastet, wie etwa in COLD LIGHT OF DAY. Das Mädel hat mir auch gefallen und man hat ihr zudem einen coolen Style verpasst – von der hören wir noch.
Natürlich schreibt ELYAS die Filmgeschichte nicht neu und ist, wenn man es grob sieht, auch nur eine weitere DIE-HARD-Variante. Aber die Charaktere wissen eben zu gefallen.
Fazit: Rasanter und teilweise recht brutaler Action-Thriller mit guten Darstellern. Das Ende ist mir ein wenig zu sehr over the top. Trotzdem reicht es im Gesamteindruck für 6 Punkte.