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Zero

Thriller / Action

Regie: Jean-Luc Herbulot

Senegal / Frankreich / USA / 2016


Zwei Amerikaner wachen plötzlich mitten in Afrika auf – mit tickenden Bomben am Körper. Der Countdown zeigt gnadenlose zehn Stunden an. Ohne jede Erklärung werden sie von einem mysteriösen Mann über das Handy auf eine wilde Jagd durch die Stadt geschickt. Auf dieser absurden Odyssee müssen sie eine Reihe chaotischer und gefährlicher Missionen erfüllen, die immer wieder verheerende Folgen nach sich ziehen. Ein völlig irrer Wettlauf gegen die Zeit – ohne Gnade.

Aus dieser Ausgangssituation hätte man eigentlich eine Menge machen können. Leider gelingt das nur teilweise. Zwar sind einige ganz nette Ansätze dabei – das ist dann immerhin mehr als Zero Punkte wert – aber für deutlich mehr reicht es letztlich doch nicht.

Die Geschichte rund um den Senegal, die in den Plot eingewoben wird, wirkt stellenweise ziemlich verworren und auch etwas weit hergeholt. Dazu kommt der mysteriöse Anrufer, der fast wie eine Reinkarnation von MacGyver wirkt: Er sieht alles, weiß alles und kann scheinbar alles. Irgendwann ist das Ganze dann doch ein bisschen too much.

Auch die beiden Hauptdarsteller wirken teilweise reichlich übermotiviert. Wenn jemals das Wort Overacting gepasst hat, dann hier. Ein wenig weniger wäre in vielen Szenen deutlich mehr gewesen.

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass der Film gegen Ende einige wirklich gute Twists parat hat. Auf diese möchte ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen. Man kommt zwar kaum darauf, sie wirken aber trotzdem nicht einfach nur der Überraschung wegen eingebaut, sondern sind erstaunlich schlüssig.

Diese Wendungen werten Zero noch einmal etwas auf. Trotzdem bleibt während des gesamten Films immer wieder das Gefühl zurück: „Das hätte eigentlich ein richtig guter Film werden können.“ Leider bleibt das Ergebnis am Ende nur bestenfalls durchschnittlich.

Dazu gesellt sich noch eine ziemlich steife Synchronisation, die irgendwie gut zum insgesamt etwas verschenkt wirkenden Rest des Films passt – verschenkte Chancen inklusive.

Fazit: Wenn man diesen Film nicht gesehen hat, hat man auch nichts wirklich verpasst. Schade um die wirklich wendungsreichen Ideen, die leider das Beste an einem ansonsten eher drögen Machwerk sind.

Was bedeuten die Chuckys?