Them (Ils)
Horror / Thriller
Regie: David Moreau & Xavier Palud
Frankreich / 2006
Clementine und Lucas sind gerade in ein schickes Haus außerhalb der Stadt gezogen. Sie unterrichtet an einer Schule, er ist Schriftsteller. Ihr Leben wirkt zunächst ruhig und geordnet. Doch eines Nachts schreckt Clementine aus dem Schlaf, weil sie merkwürdige Geräusche hört – der Beginn einer langen Nacht, die für beide zum blanken Horror wird.
Mehr lässt sich zur Handlung eigentlich nicht sagen, ohne zentrale Momente vorwegzunehmen und damit die Spannung zu zerstören.
Besonders Olivia Bonamy überzeugt voll und ganz. Die Angst in ihrem Gesicht wirkt erschreckend real, ihre Reaktionen sind glaubwürdig und nachvollziehbar – erfreulich weit entfernt von den dümmlichen Klischees typischer Teenie-Slasher. Ihr Partner bleibt dagegen etwas blasser.
Mit einer Laufzeit von nur 75 Minuten trifft der Film genau die richtige Länge. Ein längerer Terror hätte sich vermutlich abgenutzt und an Intensität verloren.
Viele Szenen sind mit Handkamera gedreht – ein Stilmittel, das ich normalerweise nicht mag. Hier funktioniert es jedoch überraschend gut: Es verstärkt die Beklemmung, ohne den Zuschauer zu überfordern, da das Gewackel angenehm zurückhaltend bleibt.
Großes Lob geht an die beiden Regisseure. Offensichtlich von The Others inspiriert, setzen sie fast ausschließlich auf Atmosphäre statt Effekte. Abgesehen von etwas Kunstblut lebt der Film vor allem von Geräuschen und gezielt aufgebauter Spannung.
Die Auflösung ist überraschend – und nur wer zu Beginn sehr aufmerksam ist, kann sie erahnen. Besonders stark ist die vorletzte Einstellung, die ich nicht spoilern will, die aber mit einem Verkehrsmittel zusammenhängt.
Trotzdem bleibt ein Kritikpunkt: Die Erklärung hinter allem ist zwar clever, wirft bei genauerem Nachdenken aber Logikfragen auf – etwa, wie bestimmte Figuren unbemerkt ins Haus oder ins Auto gelangen konnten. Ganz so haarsträubend wie bei High Tension ist das zwar nicht, aber ganz elegant gelöst ist es auch nicht.
Fazit: Ein spannendes, gelungenes Low-Budget-Werk, das seine Intensität über fast die gesamte Laufzeit hält.