The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning
Horror
Regie: Jonathan Liebesman
USA / 2006
„Kommen Sie mit auf eine markerschütternde Reise zur Wurzel des Bösen und erleben Sie, wie Thomas Hewitt zu dem berühmt-berüchtigten und gefürchteten Serienmörder Leatherface wird. Geboren unter furchtbarsten, kaum vorstellbaren Umständen, wird das ausgesetzte Baby von der gestörten Hewitt-Familie gefunden. Während er unter deren morbidem, verstörendem Einfluss heranwächst, entwickelt Thomas eine unstillbare Gier nach Kettensägen und Folter. Unglücklicherweise werden vier Teenager von einem zweifelhaften lokalen Sheriff aufgegriffen und ins sadistische Horrorreich der Hewitts gebracht. Dort müssen sie ums nackte Überleben kämpfen, als Thomas’ mörderische Neigungen endgültig entfesselt werden und aus ihm LEATHERFACE wird.“
…lobt zumindest der Pressetext.
Der Streifen stammt aus dem Jahr 2006 und erscheint nun endlich uncut. In den Versionen, die man bisher kannte, wurde nämlich nahezu alles rausgeschnitten, sodass am Ende eine ziemlich verstümmelte Fassung übrig blieb.
Ich bin nun wirklich niemand, der auf Gewaltorgien steht. Ich habe zwar kein Problem damit, aber mich bekommt man eher mit subtiler Spannung als mit Dauer-Gemetzel. Umso überraschender ist es, dass der Film stellenweise tatsächlich ziemlich spannend geworden ist.
Da einem die Protagonisten nicht völlig unsympathisch sind, fiebert man durchaus mit, dass sie diese Begegnung mit der menschenfressenden und generell wenig zimperlichen Familie Hewitt überleben. R. Lee Ermey darf mal wieder den komplett durchgeknallten Irren geben – ganz wie damals in FULL METAL JACKET, wo er ja auch nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte und seine Rekruten zur Weißglut trieb. Leider ist er mittlerweile verstorben.
Regisseur Jonathan Liebesman hat hier durchaus ein kleines Highlight abgeliefert – alles, was danach von ihm kam, war eher… sagen wir mal: überschaubar. Produziert wurde das Ganze übrigens von Michael Bay und Tobe Hooper, dem Regisseur des Originals von 1974.
An diesem Streifen sieht man auch ganz gut, wie sich die Maßstäbe der FSK im Laufe der Jahre verschoben haben. Dass so ein Schlachtfest irgendwann wirklich uncut veröffentlicht wird, hätte zum Zeitpunkt der Entstehung wohl auch niemand erwartet.
Neue Zuschauer wird der Film vermutlich kaum gewinnen. Dafür dürfte er aber viele alte Fans glücklich machen, denn in den Horrorgruppen, in denen ich mich so rumtreibe, war das einer DER Titel, auf den sich viele gefreut haben.
Das kann ich von mir nicht ganz behaupten, da ich eher den subtileren Horror bevorzuge. Aber ich muss zugeben: Bei der Sichtung hat mich der Film positiv überrascht. Abzüge gibt es nur in der B-Note, denn manche Entscheidungen der Figuren sind schon ziemlich unsinnig – aber das gehört in diesem Genre ja fast schon zum guten Ton.