Somnium
Horror / Sci-Fi / Thriller
Regie: Racheal Cain
USA / 2024
Gemma braucht dringend einen Job – und das Glück scheint endlich einmal auf ihrer Seite zu sein, als sie einem Hinweisschild folgend in die experimentelle Schlafklinik Somnium stolpert. Dort programmiert ein kleines Team unterschwellige Botschaften und Signale in Träume hinein, um die meist wohlhabende Kundschaft dauerhaft von Ängsten und Phobien zu befreien.
Gemma wird als Nachtwache eingestellt und glaubt zunächst an den Jackpot. Wie schwer kann so ein Job schon sein? Doch schon bald geschehen in den dunklen Fluren der Klinik beunruhigende Dinge, und ihre Wahrnehmung vermischt sich zunehmend mit bizarren Halluzinationen, als Albträume durch unsichtbare Risse in die Realität sickern.
Jetzt mal ehrlich: Das ist doch eine verdammt starke Grundidee. Und ausdrücklich nicht auf INCEPTION-Pfaden, auch wenn es sich zunächst so anhört. Man nähert sich dem Thema hier deutlich anders. Es gibt zwar ebenfalls eine Art Traum-Designer – was übrigens ein Beruf wäre, den ich mir sofort ins LinkedIn-Profil schreiben würde – aber der Film setzt andere Schwerpunkte.
Natürlich fehlt hier das Budget eines Christopher Nolan. Trotzdem kann man auch mit wenig Geld einiges auf die Beine stellen. Leider gelingt das SOMNIUM nur teilweise. Das Hauptproblem: Die ständigen Rückblenden ziehen dem Film immer wieder das Tempo aus dem Leib wie ein Taschendieb im Gedränge.
Was möglich gewesen wäre, zeigt dann die letzte halbe Stunde. Wenn sich Gemma ihren Ängsten stellt, entstehen plötzlich starke Bilder, clevere Einfälle und endlich die Atmosphäre, die man sich vorher die ganze Zeit gewünscht hat. Nur stellt sich die Frage: Warum wacht der Film erst so spät auf?
Auch der Score ist stark gelungen und erinnert stellenweise an alte Carpenter-Sachen. Ständig wabert ein dunkler Synthie-Sound durch die Szenen, was hervorragend zur Geschichte und zur Stimmung passt.
Die Darsteller sind insgesamt nicht herausragend, aber solide. Die Hauptdarstellerin kommt mir bekannt vor, ohne dass ich sie direkt einordnen könnte. Auch der nerdige Typ, der die Träume zusammenbastelt, passt ziemlich gut ins Bild.
Fazit: Starke Idee, cooler Score und ein gelungenes Finale – davor allerdings zu viel Leerlauf. Hier wären locker noch ein paar Chuckys mehr drin gewesen. Trotzdem sehenswert für Freunde ungewöhnlicher Traum-Horrorstoffe.