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SILVER STAR

Drama / Roadmovie

Regie: Ruben Amar & Lola Bessis

USA / 2024


Kaum aus dem Gefängnis entlassen, erfährt die 20-jährige Billie, dass ihren entfremdeten Eltern die Zwangsräumung droht. Aus Verzweiflung überfällt sie eine Bank – doch der Coup geht schief. In ihrer Not nimmt sie die 18-jährige, hochschwangere Franny als Geisel. Was als verzweifelte Flucht beginnt, entwickelt sich zu einer unvorhersehbaren Reise quer durchs Land. Zwischen Misstrauen, Konflikten und unerwarteten Momenten der Nähe erkennen die beiden jungen Frauen, dass sie mehr verbindet, als ihnen zunächst bewusst ist. Doch während ihnen die Vergangenheit dicht auf den Fersen bleibt, macht Franny Billie ein überraschendes Angebot – eines, das ihr Leben für immer verändern könnte.

Hört sich zunächst einmal völlig unspektakulär an und nach einem typischen Roadmovie-Drama, von denen man schon einige gesehen hat. Und im Endeffekt ist es das eigentlich auch. Trotzdem besitzt dieser Film dieses gewisse Etwas, ohne dass ich zunächst genau sagen konnte, woran das eigentlich liegt. Also versuche ich mal, der Sache auf den Grund zu gehen.

Ein ziemlich wichtiger Grund dürften die beiden Hauptdarstellerinnen sein. Auch wenn Franny mit ihrer Art gelegentlich etwas nervt, ist man doch schnell auf ihrer Seite, denn auch ihr wurde im Leben ziemlich übel mitgespielt. Sie ist keineswegs nur die zufällige Geisel, die Billie bei ihrem missglückten Banküberfall in die Hände fällt, sondern bringt ihre ganz eigenen Probleme und Verletzungen mit.

Noch stärker funktioniert das bei Billie. Anfangs sieht man natürlich erst einmal die junge Frau, die gerade aus dem Gefängnis kommt und praktisch sofort die nächste Straftat begeht. Trotzdem wächst sie einem erstaunlich schnell ans Herz. Sie ist auf einem Auge erblindet, steht nach ihrer Entlassung praktisch vor dem Nichts und erfährt dann auch noch, dass ihren Eltern die Zwangsräumung droht. Natürlich rechtfertigt das keinen Banküberfall, aber ihre Verzweiflung und damit auch viele ihrer Handlungen bleiben jederzeit nachvollziehbar.

Besonders gut funktioniert dann die Entwicklung zwischen den beiden Frauen. Aus Geiselnehmerin und Geisel werden natürlich nicht innerhalb von fünf Minuten die allerbesten Freundinnen. Stattdessen nähern sie sich langsam an, lernen immer mehr über das Leben der jeweils anderen und stellen fest, dass sie trotz ihrer vollkommen unterschiedlichen Ausgangssituationen einiges miteinander verbindet. Das ist angenehm sensibel erzählt und wirkt größtenteils erstaunlich glaubwürdig.

Ein wenig konstruiert ist die Geschichte natürlich trotzdem. Gerade der Zufall, dass ausgerechnet diese beiden Frauen bei diesem Banküberfall aufeinandertreffen und sich daraus anschließend eine derartige Verbindung entwickelt, ist schon ziemlich weit hergeholt. Aber wenn ein Film seine Figuren überzeugend genug zeichnet, bin ich durchaus bereit, solche Zufälle einfach mal zu schlucken.

Dabei bleibt es auch nicht ausschließlich beim ruhigen Roadmovie-Drama. Einige Abschnitte entwickeln durchaus Spannung und bewegen sich zeitweise sogar ein Stück weit in Richtung Thriller. Das sorgt für genügend Abwechslung und verhindert, dass die Geschichte trotz ihres eher gemächlichen Grundtons irgendwann vor sich hinplätschert.

Fazit: Ein einfühlsames und überraschend sympathisches Drama mit zwei guten Hauptdarstellerinnen, einigen durchaus spannenden Momenten.

Was bedeuten die Chuckys?