Shell

Horror / Drama / Thriller

Regie: Max Minghella

USA / 2024


Das gealterte TV-Sternchen Samantha Lake spürt, wie Ruhm und Selbstbewusstsein langsam verblassen. Als sie von der bahnbrechenden Anti-Aging-Technologie der charismatischen Unternehmerin Zoe Shannon erfährt, wittert sie die Chance auf ein Comeback. Samantha lässt sich auf die exklusive Behandlung ein – doch je tiefer sie in die Welt ewiger Jugend eintaucht, desto deutlicher wird: Schönheit hat ihren Preis.

Manchmal ist es tatsächlich von Vorteil, im Vorfeld möglichst wenig über einen Film zu wissen. Mir war die Handlung komplett unbekannt, ich wusste lediglich, wer mitspielt. Umso überraschter war ich über die ziemlich miese IMDb-Bewertung – die ich nach Sichtung des Films ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann.

Natürlich schwimmt SHELL ein Stück weit im Fahrwasser von SUBSTANCE, denn auch dort geht es um den verzweifelten Wunsch nach ewiger Jugend. Allerdings treibt es SHELL – besonders im Finale – nicht ganz so exzessiv wie der Demi-Moore-Trip. Dafür ist der hier gewählte Ansatz oft deutlich amüsanter.

Besonders Elisabeth Moss überzeugt als einst gefeierte Serien-Darstellerin, die verzweifelt auf eine neue Rolle hofft – und immer wieder hören muss, sie sei nicht mehr die „Frischeste“ (O-Ton). Aus Frust und Ehrgeiz lässt sie sich schließlich in Zoe Shannons Klinik auf diverse „Optimierungen“ ein.

Anfangs scheint alles perfekt zu funktionieren. Doch wie so oft haben solche Wunderbehandlungen Nebenwirkungen – über die man im Vorfeld natürlich lieber nicht spricht. Und manche vermeintliche Verbesserung macht die Situation am Ende nur noch schlimmer. Mehr will ich dazu aus Spoilergründen nicht verraten.

Überraschend für mich: Max Minghella führte hier Regie. Bislang kannte ich ihn ausschließlich als Schauspieler. Wenn er jedoch weitere Filme dieser Art dreht, darf er gerne wiederkommen.

Der Film hat zu Beginn zwar kleinere Längen, punktet aber mit einem angenehmen Selbstbewusstsein: Ähnlich wie SUBSTANCE nimmt sich SHELL nicht permanent bierernst. Immer wieder werden komische Momente eingestreut – und die Taxi-Sequenz ist dabei das absolute Highlight. Da musste ich tatsächlich mehrfach laut lachen.

Unterm Strich bleibt ein wilder, aber erstaunlich gut funktionierender Genre-Mix aus Horror, Drama, Thriller und schwarzer Komödie. Die teilweise schlechten Bewertungen bleiben für mich ein Rätsel. Mich hat SHELL ausgezeichnet unterhalten.

Fazit: 8 Chuckys.

Was bedeuten die Chuckys?