SCREAM 7
Horror / Thriller
Regie: Kevin Williamson
USA / 2026
In einer ruhigen Stadt hat sich Sidney Prescott endlich ein neues Leben aufgebaut. Die traumatischen Ereignisse der Vergangenheit scheinen längst überwunden. Doch als plötzlich ein neuer Ghostface-Killer auftaucht, wird Sidney erneut von ihrer Geschichte eingeholt. Als sie erfährt, dass diesmal ihre Tochter ins Visier des Mörders geraten ist, bleibt ihr keine andere Wahl, als sich ihren alten Ängsten ein weiteres Mal zu stellen. Denn diesmal geht es nicht nur um ihr eigenes Überleben, sondern um ihre Familie.
Juhu – Kevin Williamson ist zurück. Der Mann führt Regie, hat am Drehbuch mitgeschrieben und ist zusammen mit Wes Craven schließlich der eigentliche Schöpfer der SCREAM-Reihe. Was sollte da also schon schiefgehen? Schließlich haben die letzten Filme eindrucksvoll bewiesen, dass die Reihe dringend jemanden gebrauchen konnte, der sich wieder daran erinnert, warum die ersten Teile überhaupt funktioniert haben.
Besonders genervt haben mich zuletzt diese zunehmend absurden Auflösungen. Irgendwann war plötzlich der Cousin des Bruders der Freundin des Opfers der Täter oder irgendeine ähnlich konstruierte Verwandtschaftsbeziehung, die man fünf Minuten später schon wieder vergessen hatte. So wurden selbst halbwegs brauchbare Ansätze regelmäßig gegen die Wand gefahren.
Und tatsächlich erfüllt der Film in den ersten 40 Minuten nahezu alle Erwartungen. Es macht einfach Spaß, die alten Gesichter wiederzusehen. Neve Campbell zeigt sofort, warum Sidney Prescott immer das Herzstück der Reihe war, und auch Courteney Cox ist erneut mit von der Partie. Wobei man fairerweise sagen muss, dass sie sich die eine oder andere Botox-Spritze inzwischen vielleicht hätte sparen können.
Leider beginnt genau dann das Problem. Nach dem starken Auftakt fällt der Film plötzlich in ein merkwürdiges Loch. Rund zwanzig Minuten lang passiert erstaunlich wenig und die Handlung tritt gefühlt auf der Stelle. Genau in dem Moment, in dem der Film eigentlich nochmal anziehen müsste, nimmt er den Fuß vom Gas.
Zwar fängt sich der Film anschließend wieder und steuert auf ein durchaus ordentlich inszeniertes Finale zu, doch genau dort stolpert er erneut über das Problem, das die Reihe mittlerweile seit Jahren verfolgt: die Auflösung.
Und hier erreicht SCREAM leider wieder den Punkt, an dem man sich fragt, ob die Verantwortlichen ihren eigenen Film überhaupt gesehen haben. Die Enthüllung des Täters ist erneut der Gipfel der Blödheit und ergibt bei genauerem Nachdenken kaum Sinn. Schlimmer noch: Sie widerspricht teilweise sogar dem, was der Film vorher selbst gezeigt hat.
Besonders ärgerlich ist das deshalb, weil der Film zuvor so viel richtig macht. Die Rückkehr der Originalfiguren funktioniert, die Atmosphäre stimmt und zeitweise fühlt sich das Ganze tatsächlich wieder wie ein echter SCREAM-Film an. Doch dann kommt die obligatorische Auflösung und reißt einen mit voller Wucht aus der Geschichte heraus.
Fazit: Zunächst der beste SCREAM seit langer Zeit – und gleichzeitig ein Paradebeispiel dafür, warum die Reihe mittlerweile ständig über ihre eigenen Füße stolpert. Ein starker Beginn, sympathische Rückkehrer und einige gelungene Momente werden erneut von einer vollkommen bescheuerten Täterenthüllung sabotiert. Schade.