SCARED SHITLESS
Horror / Komödie
Regie: Vivieno Caldinelli
Kanada / 2024
Nach dem Tod von Sonnys Mutter müssen Don, ein Klempner aus der Arbeiterklasse, und sein keimphobischer Sohn lernen, wieder füreinander da zu sein. In der Hoffnung, Sonny bei der Überwindung seiner Phobie zu helfen, nimmt Don ihn zu einem vermeintlich harmlosen Routineeinsatz mit. Doch dort erwartet die beiden der vermutlich schlimmste Albtraum eines jeden Klempners: In den Rohren des Gebäudes lauert eine bösartige Killerkreatur, die es auf die Bewohner abgesehen hat und diese auf zunehmend grausame Weise ins Jenseits befördert.
Das ist nun wirklich von vorne bis hinten kompletter Schwachsinn, was wir hier präsentiert bekommen – aber eben definitiv unterhaltsamer Schwachsinn. Dazu ist die ganze Chose mit einigen erstaunlich derben Effekten gespickt, sodass mich die FSK-16-Freigabe schon ein wenig gewundert hat. Da haben andere Filme für deutlich weniger Sauerei schon den roten 18er-Stempel kassiert.
Dass der Streifen trotzdem vergleichsweise glimpflich davongekommen ist, dürfte wohl auch daran liegen, dass er sich wirklich zu keiner Sekunde auch nur ansatzweise ernst nimmt. Hier wird gar nicht erst versucht, aus dem absurden Szenario irgendeinen tiefgründigen Horrorstoff zu basteln. Stattdessen wird der Irrsinn konsequent durchgezogen – und genau das funktioniert erstaunlich gut.
Vor allem die teilweise wirklich skurrilen Einfälle machen mächtig Spaß. Stichwort: die Sado-Maso-Omi. Mehr muss man eigentlich gar nicht sagen. Ich musste jedenfalls mehrfach laut lachen, weil das Gezeigte dermaßen bescheuert ist, dass man sich seiner Wirkung irgendwann kaum noch entziehen kann.
Noch dazu ist der Film überraschend ordentlich gedreht. Zu keinem Zeitpunkt sieht das hier Gezeigte nach billig zusammengeschustertem Hinterhof-Trash aus. Gerade bei einer derart bekloppten Geschichte hätte man problemlos erwarten können, dass auch die technische Umsetzung irgendwo zwischen Gummimonster und Baumarkt-Dekoration landet. Stattdessen sehen Kamera, Effekte und Ausstattung erstaunlich anständig aus.
Auch die Location ist gut gewählt und bietet genügend Möglichkeiten, den ganzen Rohrleitungs-Irrsinn entsprechend in Szene zu setzen. Schauspielerisch bewegt sich das Ganze zwar eher im überschaubaren Bereich, aber mal ehrlich: Bei einem Film über eine mordende Kreatur in den Abwasserrohren erwarte ich nun wirklich keine Oscar-reifen Charakterstudien. Für diese Art von Film reicht das Gebotene vollkommen aus..
Fazit: Herrlich bescheuerter Horrorkomödien-Quark, der aus seiner völlig absurden Ausgangsidee erstaunlich viel herausholt. Wer hier Logik oder Anspruch sucht, ist definitiv im falschen Abflussrohr gelandet. Wer dagegen Spaß an schrägen Einfällen, derben Effekten und gepflegtem Blödsinn hat, wird überraschend blendend unterhalten.