SAINT CLARE
Thriller / Horror / Drama
Regie: Mitzi Peirone
USA / 2024
Die Schülerin Clare führt ein Doppelleben. Nach außen wirkt sie wie ein eher stilles Mädchen an einer katholischen Schule, das gemeinsam mit seinen Großeltern ein unscheinbares Leben führt. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine brutale Serienkillerin, die gezielt Männer ermordet, die ihrer Meinung nach „böse“ sind.
So zumindest der Pressetext – wobei ich das Wort „skrupellos“ hier ehrlich gesagt etwas übertrieben finde. Denn wirklich glücklich scheint Clare mit ihrem Dasein keineswegs zu sein. Immer wieder redet sie sich selbst ein, dass das eben ihre Bestimmung sei, was der Figur tatsächlich mehr Tragik verleiht, als man anfangs vielleicht erwartet.
Der Film mixt Drama, Thriller und Horror insgesamt ziemlich geschickt miteinander. Gleichzeitig kommen aber auch die typischen Probleme und Dynamiken des Highschool-Alltags nicht zu kurz, wodurch sich eine interessante Mischung ergibt.
Allerdings übertreibt es Regisseurin Mitzi Peirone – ähnlich wie schon bei ihrem Vorgängerfilm OBSESSED – stellenweise gewaltig mit ihren künstlerischen Spielereien. Manche Einstellungen sehen zwar schick aus, bremsen den Film aber auch immer wieder unnötig aus.
Die Besetzung kann sich dagegen wirklich sehen lassen. Bella Thorne trägt den Film praktisch im Alleingang und liefert überraschend stark ab. Ryan Phillippe scheint zudem irgendwo einen geheimen Jungbrunnen entdeckt zu haben, denn der Mann altert offenbar seit 20 Jahren überhaupt nicht mehr. Und plötzlich taucht dann auch noch Rebecca De Mornay auf, bei der ich mich kurz gefragt habe, aus welchem Kellerarchiv Hollywood sie denn jetzt wieder hervorgezogen hat.
Generell ist SAINT CLARE ein ziemlich eigenwilliger Film geworden. Kein schlechter – ganz sicher nicht – aber eben auch keiner, den man mal eben dem durchschnittlichen Mainstream-Publikum vorsetzen kann.
Wenn man sich allerdings auf diesen merkwürdigen Ton einlässt, entwickelt der Film durchaus seinen Reiz. Gerade Bella Thorne sorgt dafür, dass man trotz aller Schwächen am Ball bleibt, weil ihre Figur gleichzeitig verstörend, traurig und irgendwie faszinierend wirkt.
Fazit: Ungewöhnlicher Mix aus Teenie-Drama, Psychothriller und Horrorfilm mit einer starken Bella Thorne und einigen wirklich gelungenen Momenten. Sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber definitiv interessanter als der übliche Einheitsbrei.