ROSE
Drama / Historie
Regie: Markus Schleinzer
Österreich / Deutschland / 2026
In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges erscheint ein mysteriöser Soldat in einem abgeschiedenen protestantischen Dorf. Schweigsam, schmal, das Gesicht durch eine Narbe entstellt. Der Fremde behauptet, Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs zu sein, und kann ein Dokument vorlegen, das seinen Anspruch bestätigt. Zum großen Missfallen der Dorfgemeinde. Allerdings setzt der Fremde alles daran, hier sein Glück zu finden. Sein Streben nach Anerkennung und Akzeptanz wird jedoch durch sein Geheimnis erschwert: Unter falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts hat der Soldat seinen Weg in das Dorf genommen. Doch um seine Ziele zu erreichen, schreckt er auch vor der eigentlich unmöglichen arrangierten Ehe mit der Tochter eines Großbauern nicht zurück. Denn wer so weit gekommen ist, hält bald alles für möglich.
Nur schwer möglich war es für mich dagegen, bei diesem Streifen nicht einzuschlafen. Sorry, Leute, aber ich weiß schon, dass hier wieder alle ganz laut „KUNST! KUNST! KUNST!“ schreien werden. Das täuscht für mich allerdings nicht darüber hinweg, dass das hier über weite Strecken einfach todsterbenslangweilig ist.
Zunächst einmal scheint das gesamte Dorf unter einer kollektiven Sehschwäche zu leiden. Denn wer ernsthaft glaubt, Sandra Hüller wäre ein Mann, nur weil sie kurze Haare hat, macht sich schon ein wenig lächerlich. Aber hey, das ist KUNST – die darf das sicherlich.
Die Handlung, die sich der Pressetext oben ausgedacht hat, ist damit eigentlich schon maximal ausführlich beschrieben, denn wirklich viel passiert schlicht und ergreifend nicht. Figuren stehen herum, Menschen reden miteinander und dazwischen darf man sich ausgiebig Gedanken darüber machen, was uns der Künstler wohl damit sagen möchte. Das nennt sich in der Kunstszene dann vermutlich „Raum für Interpretationen“. Na klasse.
Natürlich kann man dem Film zugutehalten, dass Ausstattung und Atmosphäre durchaus zur dargestellten Epoche passen und das Ganze keineswegs billig aussieht. Nur hilft mir die schönste Inszenierung herzlich wenig, wenn ich ständig auf die Uhr schaue und mich frage, wann denn nun endlich einmal irgendetwas passiert.
Lediglich der Schluss ist wirklich überzeugend, weil er konsequent und zumindest für die Zeit, in der die Geschichte spielt, durchaus realistisch wirkt. Außerdem hat der Film einen wirklich guten elektronischen Score auf seiner Habenseite, der überraschend mit den historischen Bildern funktioniert.
Sandra Hüller geht mir dagegen mit ihrer inzwischen gefühlten Dauerpräsenz langsam ein wenig auf den Zeiger. Schauspielerisch kam sie für mich ohnehin nie wieder an REQUIEM heran – dort fand ich sie tatsächlich richtig stark.
Fazit: Dröger Kunstquark, der ziemlich genau dieselbe Zielgruppe bedienen dürfte wie DAS WEISSE BAND. Der war allerdings noch länger und noch langweiliger. Aber Kunst darf das eben …