ROB1N
Horror / Sci-Fi
Regie: Lawrence Fowler
Großbritannien / 2025
Robotik-Experte Aiden verarbeitet den Tod seines elfjährigen Sohnes, indem er „Robin“ erschafft – eine täuschend echte, voll funktionsfähige Roboterpuppe. In seinem abgelegenen Haus scheint sie ihm zunächst Trost zu spenden. Doch als Aidens entfremdeter Neffe zurückkehrt, häufen sich unheimliche Ereignisse. Bald wird klar: Robin ist zu allem bereit, um seinen Schöpfer ganz für sich allein zu haben.
Das hier ist einer dieser Filme, die man im Netz gern vorschnell zerreißt. Die teilweise vernichtenden Bewertungen kann ich jedenfalls nicht nachvollziehen. Natürlich ist das kein Hochglanz-Horror mit Millionenbudget, aber genau das will der Film auch gar nicht sein.
Dazu kommen dann diese herrlich dämlichen Vergleiche mit Blumhouse. Jason Blum hat vermutlich für jeden Nebenfilm mehr Geld zur Verfügung als Lawrence Fowler für seine komplette Produktion. Der Mann arbeitet eher mit Bastelkiste, Leidenschaft und einem ordentlichen Schuss Wahnsinn – und genau das macht ihn sympathisch.
Ich liebe diesen ganzen Puppenhorrorquatsch ohnehin. Auch wenn es heutzutage eher Roboter oder Androiden sind, die das Genre unsicher machen, bleibt das Prinzip dasselbe: Kleine Figur, großes Aggressionspotenzial.
Fowler dreht ohnehin fast nur solchen herrlichen Unsinn. Die drei JACK IN THE BOX-Filme wurden von Teil zu Teil besser, CURSE OF THE WITCH DOLL war immerhin angenehm schräg. Man weiß also ungefähr, worauf man sich einlässt.
Natürlich darf man solche Filme nicht bierernst nehmen. Sollte man bei CHUCKY, DOLLY DEAREST oder DOLLS schließlich auch nicht tun. Wer hier Oscar-Material erwartet, hat ohnehin schon beim Cover falsch abgebogen.
Unter dieser Prämisse ist ROB1N ein kurzweiliger und unterhaltsamer Streifen mit einem putzigen Kerlchen, das deutlich weniger freundlich ist, als es aussieht. Dazu gibt es eine stimmige Hintergrundgeschichte und gegen Ende sogar noch eine überraschend brauchbare Wendung.
Fazit: Nicht auf die üblichen Meckerkommentare hören, sondern einfach selbst anschauen. Ja, schon der Titel schielt offensichtlich Richtung M3GAN, aber der Film steht trotzdem auf eigenen Beinen. Ich habe schon deutlich schlechtere Filme gesehen, die wesentlich bessere Bewertungen hatten.