PRIMATE
Horror / Tierhorror
Regie: Johannes Roberts
USA / 2025
In Primate entwickelt sich der tropische Urlaub einer Freundesgruppe zu einem erschütternden Horrortrip und endet in einem puren Überlebenskampf. Lucy kehrt vom College nach Hause zurück und trifft dort ihre Familie wieder – inklusive des Schimpansen Ben, der praktisch wie ein Familienmitglied behandelt wird. Doch nach einigen Tagen wirkt das Tier zunehmend verändert und aggressiv. Schließlich verbarrikadieren sich Lucy und ihre Freunde am Pool und überlegen verzweifelt, wie sie dem durchgedrehten Affen entkommen können.
Das possierliche Äffchen sieht übrigens gar nicht mal übel aus. Ich glaube kaum, dass hier großartig CGI zum Einsatz kam – vermutlich steckt eher ein Mensch im Kostüm, denn dafür sieht das Vieh einfach viel zu ordentlich aus. Gerade wenn man sich anschaut, was in dem Bereich sonst oft an digitalem Müll fabriziert wird.
PRIMATE ist seit langer Zeit tatsächlich mal wieder ein brauchbarer Horrorfilm. In den letzten Jahren wiederholt sich das Genre schließlich nur noch bis zum Erbrechen und neue Ideen sind mittlerweile ungefähr so selten wie vernünftige Politik in Deutschland.
Gut, die Story hier ist nun auch nicht gerade revolutionär, aber wenigstens ist der „Hauptdarsteller“ mal etwas anderes. Wann hatten wir zuletzt durchdrehende Killer-Äffchen? Mir fallen da spontan SHAKMA oder DER AFFE IM MENSCHEN ein – und die haben mittlerweile auch schon deutlich über 30 Jahre auf dem Buckel. Die neuen PLANET-DER-AFFEN-Filme zählen für mich jedenfalls nicht wirklich zum Horror-Genre. Außerdem: Wenn ich aggressive Primaten sehen will, muss ich mir heutzutage eigentlich nur die Fußgängerzone anschauen.
Besonders positiv überrascht hat mich, dass sich die Figuren endlich mal halbwegs vernünftig verhalten. Die Versuche, aus der misslichen Situation zu entkommen, sind nachvollziehbar und wären vermutlich auch meine erste Wahl gewesen. Das erlebt man in Horrorfilmen mittlerweile selten genug.
Auch die Darsteller – nein, wieder wird hier nicht gegendert – machen ihre Sache ordentlich. Ich kannte die meisten vorher nicht, aber für einen Horrorfilm sind die Leistungen absolut okay und vor allem erstaunlich glaubwürdig.
Zudem ist die Chose deutlich härter, als die FSK 16 zunächst vermuten lässt. Der Primat geht mit seinen potenziellen Opfern alles andere als zimperlich um und wiegt sie teilweise erst in Sicherheit, bevor er dann doch zuschlägt.
Die Familiengeschichte am Anfang hätte man zwar locker um zehn Minuten kürzen können, wirklich störend oder kitschig war sie allerdings nicht.
So bleibt unter dem Strich ein überraschend spannender Tierhorror-Streifen mit „echten“ Tricks statt CGI-Geballer, der mich ehrlich gesagt ziemlich gut unterhalten hat – und das kommt in diesem Genre inzwischen selten genug vor.