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Horror / Mystery / Drama

Regie: Steven Soderbergh

USA / 2024


Schon bevor die Familie einzieht, ist es da. Es beobachtet ihre intimsten und unangenehmsten Momente, bewegt sich mit übernatürlicher Geschwindigkeit durch das neue Haus und schenkt der Teenagerin Chloe, die den Tod einer guten Freundin verarbeiten muss, besonders viel Aufmerksamkeit. Doch die geheimnisvolle Präsenz ist nicht bloß stummer Zeuge: Sie verfolgt ihr eigenes Ziel – und weiß es auch zu erreichen.

Nun, meine Liebe zu Regisseur Steven Soderbergh hielt sich schon immer in ziemlich engen Grenzen. Besonders sein hochgehyptes Erstlingswerk SEX, LÜGEN UND VIDEO gehört für mich zu den überbewertetsten Filmen aller Zeiten. Ich fand den Streifen schlicht und ergreifend öde.

Okay, die OCEAN'S-Filme waren durchaus nett, seine KAFKA-Verfilmung sogar richtig gut. Dann wiederum nervte er mit einem Schrott wie MAGIC MIKE, nachdem er kurze Zeit zuvor mit CONTAGION bewiesen hatte, dass er durchaus in der Lage ist, einen hervorragenden Film zu inszenieren. Bei Soderbergh weiß man also nie so genau, was einen erwartet. Zwischen richtig gut und todsterbenslangweilig scheint bei diesem Mann irgendwie alles möglich zu sein.

Nun versucht er sich tatsächlich auch noch an einem Horrorfilm. Und das hätte er meiner Meinung nach besser bleiben lassen, denn dieses Genre scheint ihm leider überhaupt nicht zu liegen. Anscheinend weiß der gute Mann nämlich nicht, dass bei einem Horrorfilm neben einer interessanten Grundidee auch so etwas wie Spannung gefragt ist. Die bekommt man hier allerdings bestenfalls gelegentlich geboten.

Schade eigentlich, denn die jungen Darsteller wissen durchaus zu gefallen. Besonders das Mädel liefert eine wirklich exzellente Leistung ab und schafft es, ihrer Figur eine glaubwürdige Mischung aus Verletzlichkeit, Trauer und Unsicherheit zu verleihen. Lucy Liu bleibt dagegen erstaunlich blass, was allerdings weniger an ihrem schauspielerischen Können als vielmehr an ihrer ziemlich undankbaren Rolle liegt.

Die Kamerafahrten sind, das muss man neidlos anerkennen, ausgesprochen schick inszeniert. Da der Film aus der Perspektive der geheimnisvollen Präsenz erzählt wird, bewegt sich die Kamera teilweise geradezu gespenstisch durch die Räume.

Nur reicht eine interessante Kameraperspektive eben noch lange nicht aus, um daraus einen guten Horrorfilm zu machen. Vor allem dann nicht, wenn man die Geschichte dermaßen mit Familiendrama zukleistert, dass die eigentliche Bedrohung immer wieder vollkommen in den Hintergrund rückt. Statt einer durchgehend unheimlichen Atmosphäre bekommt man viel zu häufig familiäre Konflikte und ausführliche Charakterzeichnungen serviert, die das ohnehin schon gemächliche Tempo zusätzlich ausbremsen.

Die Wendung ist dann, na ja, sagen wir mal, semiüberraschend. Ganz so clever, wie sie vermutlich gedacht war, fand ich sie jedenfalls nicht. Der eigentliche Abschluss ist hingegen durchaus gelungen und gehört für mich noch zu den besseren Momenten des Films.

Fazit: Für mehr als eine 4er-Bewertung reicht das trotzdem nicht. Dafür fehlt es schlicht und ergreifend an Spannung. Natürlich können gut ausgearbeitete Figuren auch einem Horrorfilm guttun, aber wenn sie derart viel Raum einnehmen, dass die Spannung darunter leidet, läuft für mich was schief. Da ist dann eher Spannungsarmut PRÄSENT.

Was bedeuten die Chuckys?