PASSENGER
Horror
Regie: André Øvredal
USA / 2026
Tyler und Maddie sind verlobt und genießen einen gemeinsamen Roadtrip im Wohnmobil. Doch nach ein paar Wochen ist es von einem Moment auf den anderen vorbei mit der unbeschwerten Zeit. Die beiden werden Zeugen eines entsetzlichen Unfalls, bei dem ein Mensch ums Leben kommt. Doch es sind nicht nur die drastischen Bilder, die sie anschließend verfolgen, sondern auch eine mysteriöse dämonische Präsenz namens „The Passenger“, die ihnen fortan auf Schritt und Tritt folgt.
Und dass dieser ungebetene Mitreisende nicht gerade freundlich gesinnt ist, kann man sich vermutlich schon denken.
Ich muss sagen, dass mich der Film wirklich überrascht hat. Bislang hatte ich überhaupt nichts von ihm gehört und deshalb schon befürchtet, wieder den üblichen innovationslosen Horror-Quark serviert zu bekommen, wie es in den vergangenen Monaten leider viel zu oft der Fall war.
Doch PASSENGER – natürlich musste man am Ende den legendären Iggy-Pop-Song im Abspann verwenden – überzeugt besonders durch seine Kameraarbeit. Allein die Einstellungen auf dem Parkplatz und die geniale Idee mit dem Beamer sind genau mein Ding. Hier wird nicht einfach nur draufgehalten, sondern tatsächlich mit Bildern und Perspektiven gespielt.
Zudem ist die Story erfreulich unverbraucht. Zumindest kann ich mich spontan an keinen Streifen mit einer wirklich vergleichbaren Handlung erinnern. Wer einen kennt, darf mich gerne kontaktieren.
Auch die Entscheidung, das Wesen nicht permanent zu zeigen, funktioniert hervorragend. Oft sieht oder erahnt man nur etwas im Hintergrund, was dank der starken Kameraarbeit teilweise wesentlich unheimlicher wirkt, als wenn einem die Kreatur ständig direkt vor die Nase gesetzt würde. Manchmal ist eben das, was man nicht richtig sieht, deutlich effektiver.
Okay, das Ende fällt im Vergleich zum Rest des Films dann erwartungsgemäß etwas konventioneller aus. Immerhin ergibt es Sinn und wirkt nicht völlig an den Haaren herbeigezogen. Trotzdem hätte ich mir an dieser Stelle vielleicht noch einen etwas clevereren Twist gewünscht, der besser zu den teilweise wirklich originellen Ideen zuvor gepasst hätte.
Fazit: Spannender und stellenweise überraschend origineller Horrortrip, der gar nicht erst versucht, mit möglichst viel Gewalt Eindruck zu schinden. Stattdessen gibt es Atmosphäre, starke Kameraarbeit und ordentlich Spannung. Manchmal reicht das eben vollkommen aus.