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PARVULOS
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PARVULOS

Horror / Drama / Endzeit

Regie: Isaac Ezban

Mexiko / 2024


In einer dystopischen Welt, die von einer viralen Apokalypse heimgesucht wurde, leben drei junge Brüder völlig isoliert in einer abgelegenen Hütte mitten im Nirgendwo. Während draußen die Zivilisation längst zusammengebrochen ist und nur noch Hunger, Gewalt und Trostlosigkeit herrschen, versuchen die Geschwister irgendwie zu überleben. Doch tief unten im Keller ihres Verstecks hüten sie ein dunkles Geheimnis – Wesen, die regelmäßig gefüttert werden müssen, damit ihre kleine Welt nicht endgültig auseinanderbricht.

Nun braucht man wirklich keine übernatürlichen Detektivfähigkeiten, um nach spätestens 30 Minuten zu ahnen, wer oder was da unten eigentlich vor sich hinvegetiert. Das Geheimnis selbst ist also keineswegs die große Stärke des Films. Viel interessanter ist vielmehr diese seltsame Atmosphäre, die PARVULOS permanent erzeugt und die mich ehrlich gesagt etwas ratlos zurückgelassen hat.

Auf der einen Seite haben wir hier wirklich gute jugendliche Darsteller, die ihre Rollen erstaunlich glaubwürdig spielen. Gerade die Dynamik zwischen den Brüdern funktioniert hervorragend und sorgt dafür, dass man trotz der teilweise bizarren Handlung irgendwie dranbleibt. Die Grundidee einer kleinen Gemeinschaft in der Endzeit ist natürlich nicht neu, allerdings hebt sich der Film durch seine ruhige, fast schon künstlerische Inszenierung angenehm von anderen Genrevertretern ab.

Allerdings wird genau das gleichzeitig auch ein Problem. Denn der Film weiß selbst nicht immer so genau, was er eigentlich sein möchte. Horror? Familiendrama? Endzeit-Thriller? Schwarze Komödie? Irgendwie steckt von allem etwas drin. Manche Szenen wirken beinahe grotesk und absurd, andere wiederum erstaunlich emotional oder tragisch.

Die knapp 120 Minuten Laufzeit sind zudem definitiv etwas zu viel des Guten. Dafür gibt die eigentliche Geschichte dann doch nicht genug her. Immer wieder entstehen kleinere Längen, in denen sich der Film fast schon zu sehr in seiner eigenen Atmosphäre verliert.

Trotzdem hat der Streifen definitiv seine Momente. Einige Bilder bleiben im Kopf hängen und die melancholische Grundstimmung funktioniert erstaunlich gut. Andere Szenen wiederum wirken fast unfreiwillig komisch oder verlieren sich komplett in merkwürdigen Ideen.

Fazit: Ein seltsamer, teilweise grotesker Mix aus Horror, Endzeitdrama und Familiengeschichte, der sicher nicht jedem gefallen wird. Manche Zuschauer werden das Ding vermutlich als prätentiösen Kunstquatsch abstempeln, andere wiederum als ungewöhnlichen Geheimtipp feiern. Ich lande irgendwo dazwischen.

Was bedeuten die Chuckys?