ON THE HUNT
Action / Thriller
Regie: Roel Reiné
USA / 2025
Als ihre Tochter spurlos verschwindet, erwacht in Tammy Fenton erneut der Instinkt der Kämpferin. Die ehemalige Spezialagentin kehrt in den Jagdmodus zurück und folgt einer blutigen Spur durch die Schattenwelt von Los Angeles, wo Menschenhändler, korrupte Beamte und brutale Vollstrecker ihre grausamen Geschäfte treiben. Unterstützt von einem alten Militärkameraden kämpft sie gegen ein System, das sie einst beschützen sollte – und das nun ihr größter Feind geworden ist. Im Zentrum dieses ganzen Syndikats steht der eiskalte Dox, der mit Tammy ohnehin noch eine Rechnung offen hat.
Actionfilme sind nun eigentlich nicht unbedingt mein Lieblingsgenre, weil das meistens ziemlicher Unsinn ist: viel Geballer, viele Explosionen und am Ende oft ungefähr so viel Sinn wie ein Politikerinterview vor der Wahl. Deshalb bin ich vermutlich auch nicht gerade prädestiniert, solche Filme objektiv zu bewerten – aber ich versuche es trotzdem mal.
Insgesamt ist ON THE HUNT nämlich durchaus unterhaltsam geworden, vor allem weil der Film kaum echte Durchhänger hat. Die Titelheldin weiß ebenfalls zu gefallen und wirkt erfreulich kompromisslos. Im Gegensatz dazu steht allerdings Til Schweiger, bei dem ich mich ernsthaft frage, wie er überhaupt in diesen Film geraten ist. Seine Rolle wirkt komplett deplatziert und die Synchronisation, die er auch noch selbst gesprochen hat, schlägt dem Fass endgültig den Boden aus. Teilweise klingt das, als hätte man ihn nachts um drei aus dem Bett geklingelt und direkt vors Mikrofon geschoben.
Abgesehen davon ist die Story natürlich nicht sonderlich innovativ. Vieles hat man so oder ähnlich schon in unzähligen Selbstjustiz- und Rachethrillern gesehen. Allerdings sorgt das Ganze immerhin für ein ordentliches Tempo und der Film verschwendet kaum Zeit mit unnötigem Ballast. Besonders der ziemlich hohe Bodycount dürfte Freunde härterer Actionfilme zufriedenstellen, denn hier segnen auffallend viele Statisten das Zeitliche.
Auch handwerklich macht der Streifen gar nicht mal so viel falsch. Die Actionszenen sind solide inszeniert, angenehm dreckig und vor allem erfreulich übersichtlich gefilmt – also keine Dauerwackelkamera, bei der man nach fünf Minuten denkt, man hätte versehentlich zu einem Erdbebendokumentarfilm umgeschaltet.
Zudem nimmt sich ON THE HUNT selbst nicht zu ernst, was dem Film durchaus hilft. Manche Dialoge sind zwar unfreiwillig komisch, aber genau das trägt irgendwie zum Unterhaltungswert bei. Gerade Fans von kernigen B-Movie-Actionern dürften hier durchaus ihren Spaß haben.
Fazit: Warum eigentlich nicht? Da habe ich in dem Genre schon wesentlich schlimmere Totalausfälle gesehen. Zudem ist der Film erstaunlich kurzweilig und nach 90 Minuten hat man nicht das Gefühl, dass sich irgendetwas unnötig gezogen hätte. Kann man sich durchaus mal ansehen – auch wenn Til Schweiger dabei mal wieder eindrucksvoll beweist, dass wirklich nicht jeder internationale Karriere machen sollte.