Nightmare Man
Horror
Regie: Rolfe Kanefsky
USA / 2006
Für diejenigen unter uns, die des Englischen nicht mächtig sind: „Nightmare“ kommt aus dem Englischen und heißt Albtraum. Und da dieser Film ein einziger ist, trägt er seinen Namen auch völlig zu Recht. Allerdings bezweifle ich stark, dass sich die Macher dieses Schrotts den Titel aus genau diesem Grund ausgedacht haben.
Die „Story“: Irgendeine Tuss (ich bin zu faul, den Namen herauszusuchen – das kostet schließlich auch wertvolle Lebenszeit) hat ständig denselben Traum, in dem sie von einem Psychopathen verfolgt wird, der eine vollkommen lächerliche Maske trägt. Deshalb will sie gemeinsam mit ihrem Freund einen Arzt aufsuchen.
Unterwegs bleibt das Auto stehen (welch innovativer Einfall), und ihr Lebensabschnittsgefährte macht sich auf den Weg zu einer Tankstelle, die angeblich etwa zehn Kilometer entfernt ist. Kaum ist der gute Mann verschwunden, taucht auch schon der Typ aus ihrem Traum auf und versucht, sie umzubringen.
Leider gelingt ihm das nicht – denn dann wäre der Film wenigstens schnell vorbei gewesen. Madame rettet sich stattdessen in ein Haus, in dem gerade vier Twens ein „erotisches“ Spiel spielen (großartige Idee).
Jetzt hat der Nightmare Man noch mehr potenzielle Opfer zur Auswahl, doch leider ist der Kerl schlicht zu dämlich, diese auch umzubringen. Woran das liegt, verrate ich nicht – ich möchte euch die „Spannung“ ja nicht verderben.
Jeder, der so beknackt ist, hierfür auch nur einen einzigen Euro auszugeben, sollte sich ebenfalls dringend zu einem Nervenarzt begeben. Die Story ist vollkommener Schwachsinn, die Schauspieler sind mit Sicherheit Freunde des Regisseurs, und die Synchronisation setzt dem Ganzen endgültig die Krone auf.
Diese dürfte zu den schlimmsten gehören, die mir jemals untergekommen sind. Dafür hat man vermutlich kurzfristig irgendwelche Penner von der Straße verpflichtet, die man mit 100 Euro abgespeist hat. Die schaffen es tatsächlich, die ohnehin schon miese schauspielerische Leistung der Darsteller noch zu unterbieten – was eigentlich unmöglich sein sollte.
Nichts gegen Amateurfilme oder Erstlingswerke, aber Regisseur Rolfe Kanefsky hat bereits einige Filme abgeliefert. Ich kenne davon immerhin Dead Scared, und der war gar nicht mal so übel. Im Vergleich zu diesem unbeschreiblichen Quatsch ist jener Film sogar ein Oscar-Kandidat.
Der Mann scheint außerdem eine gewisse Vorliebe für erotisches Gedöns zu haben, denn in seiner Filmografie finden sich Titel wie Emmanuelle – Intime Begegnungen oder Erotic Misadventures of the Invisible Man. Allein letzterer Titel lässt bereits erahnen, was dieser Mensch auf die Welt loslässt.
Fazit: Grottenschlechter, billig gemachter Trash-Horror mit bescheuerter Story und miesem Cast. Den zweiten Punkt bekommt der Film lediglich für seine unfreiwillige Komik und die schiere Menge an Filmfehlern – denn davon gibt es hier wirklich reichlich.
Wer sich den Quatsch trotzdem ansehen möchte – bitte schön. In diesem Land herrscht schließlich freie Filmwahl. Aber nicht sagen, Chucky hätte euch nicht gewarnt.