MORTAL GAME
Horror
Regie: John Lechago
Kanada / 2024
Eine Gruppe Jäger reist zu einer abgelegenen, geheimnisvollen Insel, um dort ein legendäres Waldmonster aufzuspüren. Was zunächst nach dem Abenteuer ihres Lebens klingt, entwickelt sich allerdings ziemlich schnell zu einem ausgewachsenen Albtraum. Denn ihr Führer hat ihnen offenbar nicht die ganze Wahrheit erzählt und benutzt die Truppe kurzerhand als menschliche Köder. Dummerweise existiert das angebliche Monster tatsächlich – und plötzlich werden aus den selbsternannten Großwildjägern die Gejagten. Ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt – und für den Zuschauer ein gnadenloser Kampf das durchzuhalten.
Hört sich doch erst einmal gar nicht schlecht an, oder? Abgelegene Insel, ein mysteriöses Monster, ein paar bewaffnete Vollpfosten und die Aussicht darauf, dass einer nach dem anderen gefressen wird. Daraus kann man eigentlich einen wunderbar dreckigen kleinen Monsterfilm basteln.
Wenn man denn ein wenig Geld dafür hätte.
Und genau da beginnt leider das Problem. Nun muss ein geringes Budget grundsätzlich überhaupt nichts Schlechtes sein. Gerade das Horrorgenre hat oft genug bewiesen, dass man mit wenig Kohle erstaunlich viel anstellen kann.
Der absolute Höhepunkt ist das Monster selbst. Und mit „Höhepunkt“ meine ich ausdrücklich nicht, dass das Vieh besonders furchteinflößend wäre. Das Ding sieht aus wie eine vollkommen dubiose Mischung aus Yeti, Gremlin und Fozzie Bär von den Muppets.
Wenn dieses Wesen erstmals auftaucht, bekommt man tatsächlich Angst – allerdings hauptsächlich davor, dass man gleich vor Lachen vom Sofa fällt.
Natürlich könnte man argumentieren, dass Trash genau davon lebt. Und ja, mit der richtigen Einstellung entwickelt das Monster durchaus einen gewissen Unterhaltungswert. Nur bezweifle ich stark, dass die Verantwortlichen beim Dreh gedacht haben: „Perfekt, genau so lächerlich sollte unser Monster aussehen.“
Noch schlimmer wird es, wenn der Film versucht, uns dieses fusselige Etwas als hochintelligentes und nahezu unbesiegbares Raubtier zu verkaufen. Natürlich trifft kaum jemand vernünftige Entscheidungen, denn sonst wäre der Film vermutlich nach 25 Minuten vorbei.
Die Schauspieler passen sich dem allgemeinen Niveau bereitwillig an – falls man sie überhaupt als solche bezeichnen möchte.
Aber vielleicht ist das sogar konsequent. Ein Oscar-reifer Charakterdarsteller würde neben Fozzie-Yeti-Gremlin vermutlich ohnehin etwas deplatziert wirken.
Und trotzdem muss man dem Film eines lassen: Als unfreiwillige Komödie besitzt er durchaus Qualitäten.
Fazit: Ein sicherer Kandidat für die nächste Trash-Party – allerdings würde ich ihn vorsichtshalber als letzten Film des Abends einplanen. Bis dahin sollte bei den meisten Zuschauern bereits das notwendige Alkohol-Level erreicht sein, um das Ganze halbwegs unbeschadet zu überstehen.
Und wenn das sogar ein überzeugter Antialkoholiker empfiehlt, sollte das eigentlich Warnung genug sein.