Miroirs No. 3

Drama

Regie: Christian Petzold

Deutschland / 2025


Wie durch ein Wunder überlebt die Klavierstudentin Laura bei einem Ausflug ins Berliner Umland einen schweren Autounfall. Körperlich unversehrt, aber innerlich aus der Bahn geworfen, findet sie Zuflucht im Haus der geheimnisvollen Betty, die den Unfall beobachtet hat. Vom ersten Moment an entsteht zwischen den beiden Frauen eine tiefe Verbindung.

Laura genießt die mütterliche Fürsorge Bettys, die Arbeit im Garten, die Besuche in der Werkstatt von Bettys Ehemann Richard und die Zeit mit ihrem Sohn Max. Es beginnt eine fast unbeschwerte, glückliche Phase des Zusammenseins – ein Spätsommertraum, dem sich Laura und die Familie nur zu gerne hingeben. Doch da ist etwas, das nicht stimmt: ein dunkler Schmerz, der alle vier verbindet, aber unausgesprochen bleibt. Laura spürt, dass sie aus diesem Traum erwachen muss, um wieder wirklich leben zu können.

Zufällig habe ich den Film am gleichen Tag gesehen wie „KARLA“ und wollte sie eigentlich gegenüberstellen – was sich aufgrund des Setups meiner Seite jedoch als schwierig erwies. „Miroirs No. 3“ hat mir insgesamt besser gefallen als „KARLA“ – vor allem, weil er trotz seines schwierigen Themas deutlich zugänglicher wirkt.

Zugegeben – die Ausgangskonstellation wirkt ein wenig konstruiert: Laura hat ihren Unfall ausgerechnet vor der Haustür einer Frau, die offenbar selbst ein traumatisches Erlebnis hinter sich hat (mehr dazu kann ich aus Spoilergründen leider nicht sagen). Dennoch überzeugt der Film über weite Strecken, nicht zuletzt durch die authentisch wirkenden Dialoge, die nicht gestelzt oder überkünstelt daherkommen.

Die Qualität der Inszenierung ist spürbar, was auch an der Besetzung liegt. Paula Beer bringt ihre Rolle mit großer Präsenz und emotionaler Tiefe. Barbara Auer liefert als Betty eine starke, vielschichtige Performance, die den Film maßgeblich trägt.

Das Ende versucht, eine emotionale Auflösung zu liefern, bleibt für mich jedoch etwas zu offen und inkonsequent. Trotzdem hinterlässt der Schluss einen Nachklang, über den man länger nachdenkt.

Fazit: Sehr realistische, einfühlsame Dialoge und durchweg starke Darsteller ergeben eine interessante Mischung aus Familiendrama und innerer Reise – gegen Ende ein wenig inkonsequent umgesetzt, aber dennoch wirkungsvoll.

Was bedeuten die Chuckys?