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MIDWINTER BREAK
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MIDWINTER BREAK

Drama

Regie: Polly Findlay

Großbritannien / Niederlande / 2026


Ein lang verheiratetes Paar unternimmt eine Reise nach Amsterdam, um Abstand vom gewohnten Alltag zu gewinnen. Die fremde Umgebung eröffnet neue Eindrücke, doch zugleich werden verdrängte Erinnerungen und alte Konflikte wieder wach. Während die Gespräche intensiver werden und unausgesprochene Gefühle an die Oberfläche kommen, gerät ihre Beziehung zunehmend ins Wanken. Zwischen Nähe und Distanz müssen beide entscheiden, wie sie mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit umgehen wollen.

Jetzt schreibe ich direkt hintereinander eine Kritik zu einem B-Movie-Horrorfilm und anschließend zu einem Drama über eine Ehekrise. Da denken wahrscheinlich auch einige, dass ich einen an der Klatsche habe – was in manchen Punkten vielleicht gar nicht so falsch ist.

Aber nun zum Film. Grundsätzlich gefällt mir die Idee ausgesprochen gut. Die meisten Filme dieser Art würden die Geschichte vermutlich so erzählen, dass das Ehepaar nach Amsterdam reist, um die angeschlagene Beziehung zu retten. Genau das erwartet man eigentlich auch.

Hier läuft es allerdings anders. Zuhause im gemütlichen Glasgow lebt das Paar zwar noch zusammen, doch eigentlich existiert die Ehe nur noch auf dem Papier. Man hat sich arrangiert, jeder lebt so vor sich hin und echte Konflikte werden lieber unter den Teppich gekehrt. Erst die Reise sorgt dafür, dass all das wieder an die Oberfläche kommt. Plötzlich merken beide, dass sie im Leben längst ganz unterschiedliche Vorstellungen und Ziele entwickelt haben.

Sie möchte sich immer stärker ihrem – für meinen Geschmack ohnehin schon etwas übertriebenen – Glauben widmen, während er zunächst überhaupt nicht versteht, warum plötzlich alles infrage gestellt wird. Nach und nach erkennt aber auch er, dass sich über die Jahre vieles aufgestaut hat und manche Probleme eben nicht einfach verschwinden, nur weil man sie ignoriert.

Die beiden Hauptdarsteller, die mir vorher ehrlich gesagt nichts gesagt haben, machen ihre Sache wirklich hervorragend. Man nimmt ihnen das schleichende Auseinanderleben jederzeit ab und gerade die ruhigeren Szenen wirken erstaunlich authentisch. Dazu kommen stimmungsvolle Aufnahmen von Amsterdam, die den Film zusätzlich aufwerten und ihm eine angenehme Atmosphäre verleihen.

An manchen Stellen gerät mir der Film allerdings etwas zu elegisch. Manche Konflikte werden unnötig in die Länge gezogen und die Beweggründe der Figuren sind nicht immer hundertprozentig nachvollziehbar. Hier hätte etwas mehr Straffung dem Film gutgetan.

Trotzdem bleibt unter dem Strich ein liebenswertes, gut gespieltes Drama über das langsame Zerbrechen einer langjährigen Beziehung. Sicher kein Film für jeden Geschmack, aber wer ruhige, charakterorientierte Geschichten mag, bekommt hier ein Drama geboten, das vor allem von seinen beiden Hauptdarstellern lebt.

Was bedeuten die Chuckys?