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Science-Fiction / Thriller

Regie: Timur Bekmambetov

USA / 2026


In naher Zukunft steht ein LAPD-Detective wegen des Mordes an seiner Frau vor Gericht. Er hat exakt 90 Minuten Zeit, um seine Unschuld gegenüber einer hochentwickelten KI-Richterin zu beweisen – einer Technologie, an deren Entwicklung er einst selbst beteiligt war. Während die künstliche Richterin immer tiefer in die Ereignisse eintaucht, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, an dessen Ende über Schuld oder Freiheit entschieden wird.

Kurz und knackig gerät die Zusammenfassung dieses Hightech-Thrillers, von dem ich ehrlich gesagt nicht allzu viel erwartet hatte – und dann doch ziemlich überrascht wurde. Ich weiß nämlich wirklich nicht mehr, wann ich zuletzt einen Film gesehen habe, bei dem derart die Post abging und gleichzeitig so wenig Leerlauf entstand.

Die 90 Minuten vergehen jedenfalls wie im Flug. Noch einen Tick spannender hätte ich es allerdings gefunden, wenn man das Ganze tatsächlich komplett in Echtzeit inszeniert hätte. Dieses Stilmittel ist nach 24 leider irgendwie völlig verschwunden, obwohl es gerade hier perfekt gepasst hätte.

Aber selbst so kann ich mich kaum an drei Minuten erinnern, in denen hier mal nichts passiert. Dadurch, dass der Angeklagte Zugriff auf praktisch sämtliche Kameras der Stadt hat und die KI-Richterin ebenfalls jede Überwachung freischalten kann, rast der Film regelrecht durch seine Szenarien. Dabei wechseln die Schauplätze zwar beinahe minütlich, wirken aber erfreulicherweise nie hektisch oder nervig zusammengeschnitten.

Chris Pratt ist nun eigentlich nicht unbedingt mein Lieblingsschauspieler, überzeugt hier aber überraschend gut in der Hauptrolle. Natürlich gibt es auch den einen oder anderen coolen Spruch, aber immerhin wirken diese nicht komplett aufgesetzt, sondern passen halbwegs glaubwürdig in die Szenerie.

Gut, die Auflösung ist dann schon ziemlich hanebüchen und wirft einige Fragen auf, wenn man genauer darüber nachdenkt. Aber ehrlich gesagt hat mich das in dem Moment gar nicht groß gestört, weil der Film einfach so unterhaltsam durchzieht.

Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, dass Timur Bekmambetov überhaupt noch Filme dreht. Nach WÄCHTER DER NACHT und WÄCHTER DES TAGES hatte ich den Mann komplett aus den Augen verloren – und wenn man sich anschaut, was er in den letzten Jahren so fabriziert hat, vermutlich auch nicht ganz ohne Grund. Vieles davon gehört eher in die Kategorie „direkt in den digitalen Giftschrank“.

Hier liefert er allerdings tatsächlich mal wieder einen extrem kurzweiligen und spannenden Thriller ab, der sich zwar nur am Rande kritisch mit KI beschäftigt, dafür aber ein regelrechtes Feuerwerk an technischen Spielereien und cleveren Ideen abbrennt.

Fazit: Sicherlich kein tiefgründiges Meisterwerk und am Ende auch nicht komplett logisch, aber verdammt unterhaltsam. Vor allem das Tempo und die Inszenierung sorgen dafür, dass hier praktisch keine Langeweile aufkommt – und das schaffen heutzutage selbst deutlich größere Produktionen oft nicht mehr.

Was bedeuten die Chuckys?