LURKER

Thriller / Drama

Regie: Alex Russell

USA / 2023


Der schüchterne Verkäufer Matthew führt ein eintöniges Leben in Los Angeles, bis er auf den charismatischen Oliver trifft – einen aufstrebenden Popstar kurz vor dem Durchbruch. Fasziniert von dessen Ausstrahlung und Kreativität, drängt sich Matthew immer tiefer in Olivers Welt. Was als stille Bewunderung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer ungesunden Nähe, in der die Grenzen zwischen Freundschaft und Besessenheit, Inspiration und Manipulation zunehmend verschwimmen. Und als Matthews Einfluss schwindet, ist er bereit, deutlich weiter zu gehen, als man zunächst erwartet…

LURKER ist definitiv kein Film für nebenbei. Hier reicht es nicht, stumpf auf den Bildschirm zu glotzen – man muss schon dranbleiben und sich auf die Figuren einlassen. Wer abschaltet, verliert.

Der Film bekommt vielerorts Lob für seine angebliche Realitätsnähe und Authentizität. Ganz ehrlich? Sehe ich nicht. Dass ein angehender Superstar mal eben einen x-beliebigen Verkäufer anspricht, ihn in sein Umfeld holt und offenbar null Backgroundcheck macht – sorry, das wirkt eher wie Wunschdenken als wie Realität.

Und das bleibt nicht der einzige Punkt. Im weiteren Verlauf häufen sich die Ungereimtheiten, die ich aus Spoilergründen nur andeuten kann. Sagen wir es so: Ein „Superstar“, der sich auf diese Weise in die Ecke drängen lässt, wirkt eher erstaunlich naiv als glaubwürdig.

Aber – und das ist wichtig – so schlecht, wie das jetzt klingt, ist der Film nicht. Im Gegenteil: LURKER hat seine Momente. Gerade, weil man nie genau weiß, worauf das Ganze hinausläuft. Diese unterschwellige Spannung funktioniert.

Auch musikalisch interessant: Nicht unbedingt meine Baustelle, aber die Songs bleiben hängen – und das will was heißen.

Der Darsteller von Matthew liefert zudem eine richtig starke Performance ab. Man traut ihm jederzeit alles zu, und genau das macht die Figur so unangenehm spannend. Diese zunehmende Obsession, die fast schon in eine verstörende, homoerotische Fixierung kippt, ist ziemlich intensiv dargestellt.

Das Ende kommt dann recht abrupt, passt aber erstaunlich gut zum Gesamtton. Und ja – theoretisch lässt man sich hier sogar ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen.

Fazit: Keine besonders glaubwürdige Geschichte, aber eine intensive Milieustudie mit starken Darstellern und einigen interessanten Wendungen. Nicht perfekt – aber definitiv sehenswert, wenn man sich darauf einlässt.

Was bedeuten die Chuckys?