The Long Walk
Science-Fiction / Thriller
Regie: Francis Lawrence
USA / 2025
Ein Wettkampf, eine Gruppe junger Männer und am Ende genau ein Sieger: The Long Walk erzählt die düstere, dystopische Geschichte einer Welt, in der ein tyrannischer Polizeistaat die Kontrolle übernommen hat. Der einzige Weg, der Armut zu entkommen, ist die Teilnahme am jährlich stattfindenden „Long Walk“.
Die Regeln sind simpel – und brutal: Wer stehen bleibt oder zu langsam wird, bekommt Verwarnungen. Wer danach immer noch nicht weiterlaufen kann, wird erschossen. Der letzte Überlebende erhält dafür einen Preis, der ihm angeblich jeden Wunsch erfüllt. Alle anderen bezahlen mit ihrem Leben.
Es gibt Filme, die einem persönlich nicht gefallen, bei denen man aber zumindest verstehen kann, warum andere Zuschauer sie mögen. Bei diesem Streifen fällt mir das allerdings schwer. Die Bewertungen sind teilweise überragend – nur leider erschließt sich mir nicht ganz, warum.
Man sieht gefühlt stundenlang irgendwelche Jungs durch die Gegend laufen, sich unterhalten und teilweise ziemlich alberne Witze reißen – obwohl sie genau wissen, dass sie früher oder später erschossen werden. Wo da der Realismus oder die Logik bleiben, erschließt sich mir nicht wirklich.
Stirbt wieder einmal einer der Teilnehmer, rennen plötzlich alle wie die Irren zu ihm hin, obwohl sie genau wissen, dass der ohnehin tot ist. Dabei kannten sich die meisten vorher gar nicht. Schweißt gemeinsames Marschieren jetzt automatisch zusammen oder wie?
Noch absurder wird es, wenn einer der Jungs halb tot zusammenbricht oder sich sogar selbst verletzt hat. Dann bekommt er vom Militär tatsächlich noch zweite und dritte Verwarnungen, er möge doch bitte wieder aufstehen und weiterlaufen. Erwartet man dort ernsthaft eine Wunderheilung innerhalb weniger Sekunden?
Mittendrin taucht dann auch noch Mark Hamill auf, der hier leider ziemlich fehl am Platz wirkt – für mich eine der seltsameren Besetzungen der letzten Zeit.
Stephen Kings Roman – geschrieben unter seinem Pseudonym Richard Bachman – galt lange Zeit als praktisch unverfilmbar. Vor allem deshalb, weil ein Großteil der Geschichte über die Gedanken und Emotionen der Figuren funktioniert, die sich in einem Film nur schwer darstellen lassen. Das kann ich durchaus nachvollziehen. Vielleicht hätte man es dann aber tatsächlich besser beim Buch belassen sollen, statt diese eher mäßige Umsetzung abzuliefern.
Außerdem frage ich mich ganz grundsätzlich, wer freiwillig an so einem Wettbewerb teilnehmen würde. Wenn man ausscheidet und einfach nach Hause gehen darf – okay. Aber wenn die Konsequenz ein Kopfschuss ist? Da hört der Spaß dann doch auf.
Für mich ist The Long Walk daher eher ein Long Quark. Die Hinrichtungen sind immerhin ganz ordentlich inszeniert und auch das dystopische Setting passt. Deshalb gibt es keine totale Katastrophenwertung – aber mehr als drei Chuckys sind hier wirklich nicht drin.