Last Stop Rocafort St.
Horror / Thriller / Krimi
Regie: Luis Prieto
Spanien / 2024
Laura hat vor Kurzem eine Stelle bei der U-Bahn von Barcelona angetreten und wird der alten Station Rocafort zugeteilt, um die sich eine unheimliche Legende rankt: Im Laufe der Jahre sind an diesem Ort viele Menschen unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen, und niemand scheint an der Wahrheit interessiert zu sein. Laura versucht, dem Geheimnis auf den Grund zu gehen – und gerät dabei selbst in Gefahr.
Die Spanier haben sich in den letzten Jahren – oder sogar Jahrzehnten – einen festen Platz im Horror-Genre erarbeitet. Wurden ihre Beiträge anfangs noch eher belächelt, hat man sich hier mittlerweile wirklich etabliert.
Auch dieser Streifen weiß über weite Strecken zu überzeugen, hat aber ein kleines Problem: Er besteht im Grunde aus zwei recht konträren Genres, die sonst eher selten miteinander kombiniert werden – nämlich Horror und Krimi. Das könnte mit der Zielgruppe schwierig werden, denn diese Mischung ist schon eher ungewöhnlich.
Die ersten 25 Minuten sind wirklich schön spooky, genauso wie die letzten 15. Dazwischen gibt es diese Elemente nur noch in kleinen Dosen, weil Laura zusammen mit einem Detektiv und ihrer Freundin die Hintergründe der Taten ermittelt – eben wie in einem klassischen Krimi.
So ergibt sich zwar eine überraschend innovative Geschichte, die allerdings in der Mitte auch zu der ein oder anderen kleinen Länge neigt. Auch die Alkoholabhängigkeit des ehemaligen Polizisten wird einen Tick zu sehr ausgewalzt.
Schauspielerisch geht man hier auf Nummer sicher: Javier Gutiérrez hat bereits in einigen Horror- und Thriller-Produktionen aus dem Land der Paella mitgewirkt. Und auch Natalia Azahara hat in THROUGH MY WINDOW gezeigt, dass sie was drauf hat – wenn auch in einem völlig anderen Genre.
Wer kein Problem mit dieser recht ungewöhnlichen Mischung hat, dem könnte LAST STOP ROCAFORT ST. durchaus gefallen. Ich bin da ja auch relativ flexibel, was Genre-Kombinationen angeht. Zudem gibt es gegen Ende noch eine wirklich überraschende Wendung, auf die man meiner Meinung nach nicht so einfach kommt.
Fazit: Why not? Krimi und Horror kombiniert – ist mal was anderes.