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LA GIOIA
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LA GIOIA

Drama / True Crime

Regie: Nicolangelo Gelormini

Italien / 2025


Die Lehrerin Gioia hat in ihrem Leben kaum Zuneigung erfahren – bis sie dem 17-jährigen Schüler Alessio Nachhilfe erteilt und sich in ihn verliebt. Doch Alessio stammt aus prekären Verhältnissen und verkauft nachts seinen Körper. Als er Gioia vorschlägt, gemeinsam durchzubrennen, und diese daraufhin ihre gesamten Ersparnisse abhebt, eskaliert die Situation auf dramatische und grausame Weise.

LA GIOIA ist ein packendes True-Crime-Drama, das fantastisch inszeniert und mit mitreißenden Performances seiner Schauspielerinnen und Schauspieler von tragischer Liebe und unerfüllten Träumen erzählt.

… der Pressetext feiert also mal wieder die eigene Produktion. Wie so oft. Doch kann der Film diese hohen Erwartungen tatsächlich erfüllen? Definitiv nicht.

Dass Madame wirklich glaubt, der gutaussehende junge Kerl würde mit ihr durchbrennen und gemeinsam ein neues Leben anfangen, ist an Einfältigkeit schon kaum noch zu überbieten. Welchen Grund außer der Kohle sollte er bitte dafür haben? Es sei denn, er hat gesehen, wie die Schauspielerin im wirklichen Leben aussieht – dann sieht die Sache vielleicht schon wieder anders aus. Aber Spaß beiseite.

Der Streifen ist leider ausgesprochen behäbig geraten und vom angeblich „packenden True-Crime-Drama“ bleibt am Ende vor allem eines übrig: Drama. Mit „packend“ hat das Ganze dagegen eher wenig zu tun.

Schauspielerisch ist der Film durchaus solide und auch optisch sieht das alles keineswegs billig aus. So weit, so gut. Das eigentliche Problem sind für mich die Geschichte und insbesondere die Handlungsweisen der Protagonistin. Die wirken teilweise dermaßen abwegig, dass man irgendwann innerlich abschaltet.

Gerade bei einem True-Crime-Drama sollte das Gezeigte zumindest halbwegs glaubwürdig und nachvollziehbar wirken. Genau daran hapert es hier für meinen Geschmack gewaltig. Natürlich können Menschen aus Liebe oder Verzweiflung vollkommen irrationale Dinge tun, aber der Film schafft es einfach nicht, mir diese Entwicklung überzeugend zu vermitteln. Statt mitzufiebern, sitzt man irgendwann nur noch da und fragt sich, warum die Figuren gerade wieder genau das tun, was sie tun.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Geschichte stellenweise zieht wie Kaugummi. Etwas mehr Tempo und vor allem eine überzeugendere Entwicklung der Hauptfigur hätten dem Film wirklich gutgetan. Denn die grundsätzliche Ausgangslage hätte durchaus das Potenzial für ein intensives und unangenehmes Drama gehabt.

Daher ist meine Bewertung am Ende sogar noch wohlwollend. Das Umfeld stimmt, die Kamera ist ordentlich und auch der junge Darsteller spielt seine Rolle durchaus überzeugend. Handwerklich ist LA GIOIA also keineswegs eine Katastrophe.

Fazit: Optisch und schauspielerisch solide, inhaltlich für mich allerdings kaum glaubwürdig. Die Geschichte ist zäh, die Entscheidungen der Hauptfigur sind nur schwer nachvollziehbar und von dem versprochenen „Süchtig nach Dir“ bleibt eher ein „Süchtig nach der Fernbedienung“.

Was bedeuten die Chuckys?