Knock Knock Knock
Horror / Thriller
Regie: Samuel Bodin
USA / 2023
Es ist der ultimative Albtraum für jedes Kind: Der achtjährige Peter wird jede Nacht von einem unheimlichen Klopfen hinter den Wänden seines Zimmers aus dem Schlaf gerissen. Seine Eltern behaupten jedoch, er würde sich die seltsamen Geräusche nur einbilden. Einzig und allein seine Klassenlehrerin scheint Peter zu glauben und versucht, ihm Mut zu machen. Als der verängstigte Junge beginnt, dem Ursprung des Klopfens auf den Grund zu gehen, entdeckt er, dass seine Eltern ein schreckliches Geheimnis vor ihm verbergen.
„Hörst du es pochen in der Wand, nimm die Füße in die Hand“ – hätte der kleine Peter vielleicht lieber beherzigen oder sich zumindest die Ohren zuhalten sollen. Denn was da hinter der Tapete lauert, führt ganz sicher nichts Gutes im Schilde. Oder bildet er sich das alles wirklich nur ein?
Diese Frage wird nach etwa zwei Dritteln des Films aufgelöst. Bis dahin bekommt man hier einen wirklich unterhaltsamen Streifen geboten, der an manchen Stellen durchaus zu überraschen vermag, auch wenn er grundsätzlich den bekannten Regeln des Horrorfilms folgt.
Der letzte Abschnitt – und insbesondere das Ende – sind dann allerdings Geschmackssache, und es tun sich doch einige Fragen auf (die ich aus Spoilergründen hier natürlich nicht stellen kann). Der Schluss bleibt relativ offen, und ein zweiter Teil wäre durchaus möglich. Das weltweite Einspielergebnis spricht zwar eher dagegen, allerdings lief der Film in den USA auch nur in sehr wenigen Kinos.
Samuel Bodins Regiearbeiten kommen bei IMDb insgesamt sehr gut weg, was er mit KNOCK KNOCK KNOCK auch untermauert. Handwerklich ist der Film nämlich wirklich hervorragend. Kamera, Musik und Timing sind sehr gut und sorgen für einen ordentlichen Gruselfaktor – ganz ohne nennenswerte Splatter-Elemente. Muss ja auch nicht immer sein.
Neben dem hervorragenden jungen Darsteller des Peter sticht besonders Anthony Starr (THE BOYS) hervor, der hier mal ein richtiges Arschloch als Vater geben darf – und diese Rolle auch sichtlich genießt. Cleopatra Coleman als besorgte Lehrerin weiß ebenfalls zu gefallen.
Als Resümee bleibt ein kleiner, aber durchaus feiner Horrorstreifen, dem gegen Ende zwar ein wenig die Puste ausgeht und der die eine oder andere Frage offenlässt. Wer aber subtilen Horror mag und nicht den mit der Brechstange und viel Blut, der wird hier auf jeden Fall gut bedient.