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KILLING FAITH
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KILLING FAITH

Western / Horror

Regie: Ned Crowley

USA / 2025


Arizona, 1849: In einem von Tod, Gewalt und religiösem Fanatismus beherrschten Land verbreitet sich das Gerücht über ein junges Mädchen, das angeblich vom Teufel besessen ist. Jedes Lebewesen, das mit ihm in Berührung kommt, soll auf mysteriöse Weise sterben. Auf der Suche nach Heilung erklärt sich der verwitwete und ätherabhängige Arzt Dr. Bender bereit, das Kind und dessen Mutter auf ihrer gefährlichen Reise durch das erbarmungslose Grenzland zu begleiten. Während Bender zunächst noch an eine rationale Erklärung für die rätselhafte Krankheit glaubt, gerät sein Weltbild zunehmend ins Wanken.

Ich und Western – das ist bekanntermaßen eine eher schwierige Beziehung. Dennoch haben mich in den letzten Jahren einige Vertreter des Genres durchaus positiv überrascht. Filme wie OLD HENRY haben gezeigt, dass man auch heute noch interessante Geschichten im Wilden Westen erzählen kann. Und da KILLING FAITH zusätzlich noch mit Horrorelementen wirbt, war mein Interesse durchaus geweckt.

Leider zeigt sich relativ schnell das größte Problem des Films: Der Horror kommt einfach zu spät. Über weite Strecken handelt es sich eher um einen düsteren, religiös angehauchten Western mit gelegentlichen Andeutungen des Übernatürlichen. Wirklich unheimlich wird es erst deutlich später und bis dahin verliert sich der Film immer wieder in langen, teilweise sehr getragenen Szenen. Oder um es freundlich auszudrücken: Das Ganze gerät stellenweise schon ziemlich elegisch.

Mittendrin steht Guy Pearce, der aussieht, als hätte Catweazle den Wilden Westen für sich entdeckt. Dabei war der Mann einst einer der spannendsten Darsteller seiner Generation. Nach MEMENTO schien ihm eine große Karriere offen zu stehen. Stattdessen findet man ihn inzwischen überwiegend in kleineren Produktionen und B-Movies wieder. Sicherlich hat er sich seine Laufbahn irgendwann einmal anders vorgestellt.

Dabei macht Pearce seine Sache hier durchaus ordentlich. Das Problem liegt weniger bei ihm als vielmehr beim Material. Die Grundidee eines Arztes, der zwischen Wissenschaft, Aberglauben und möglichem Übernatürlichem hin- und hergerissen wird, besitzt eigentlich enormes Potenzial. Gerade die Verbindung aus Western, Horror und religiösem Wahn hätte deutlich mehr hergegeben, als letztlich daraus gemacht wird.

Atmosphärisch hat der Film dabei durchaus seine Momente. Die staubigen Landschaften, die trostlose Stimmung und die allgegenwärtige Verzweiflung der Figuren erzeugen stellenweise genau das Gefühl, das man sich von einem Horror-Western erhofft. Leider fehlt dem Ganzen über weite Strecken das Tempo, um diese Atmosphäre auch wirklich in Spannung umzuwandeln.

Erst im letzten Drittel zieht die Geschichte spürbar an und dort erkennt man dann endlich das Potenzial, das die Grundidee eigentlich von Anfang an besessen hätte. Schade nur, dass der Weg dorthin für meinen Geschmack etwas zu lang geraten ist.

Fazit: Solider Horror-Western mit interessanter Grundidee, starker Atmosphäre und einem engagierten Guy Pearce. Leider braucht der Film viel zu lange, um wirklich in die Gänge zu kommen, und verschenkt dabei einiges von seinem Potenzial. Kein Reinfall, aber eben auch nicht das kleine Genre-Meisterwerk, das hier durchaus möglich gewesen wäre.

Was bedeuten die Chuckys?