The Rule of Jenny Pen
Thriller / Drama
Regie: James Ashcroft
Neuseeland / 2024
Dave ist ein eiskalter Psychopath. Mit seiner Handpuppe Jenny Pen versetzt er die Mitbewohner eines Pflegeheims in Angst und Schrecken. Genüsslich tyrannisiert er die alten Menschen, erniedrigt und misshandelt sie – bis einige von ihnen den Schikanen schließlich nicht mehr standhalten.
Als Stefan neu in das Heim kommt, glaubt Dave zunächst, auch bei ihm leichtes Spiel zu haben. Doch der ehemalige Richter ist längst nicht so wehrlos, wie sein gelähmter Körper vermuten lässt. Zwischen den beiden Männern entwickelt sich ein zunehmend erbitterter Psychokrieg, der immer weiter eskaliert und das Pflegeheim in eine ganz eigene Form von Hölle verwandelt.
In meinen Reviews versuche ich normalerweise, möglichst objektiv zu bleiben – was natürlich eigentlich gar nicht geht, denn Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Bei manchen Filmen weiß man jedoch recht schnell, dass sie auch anderen gefallen dürften, weil sie einfach gut gemacht und unterhaltsam sind.
In diesem Fall wird meine Bewertung allerdings deutlich subjektiver ausfallen. The Rule of Jenny Pen ist nämlich ein so eigenwilliger und skurriler Film, dass er garantiert einige Zuschauer ratlos oder kopfschüttelnd zurücklassen wird. Genau das scheint allerdings auch durchaus beabsichtigt zu sein.
John Lithgow hat schon früher bewiesen, dass er ein Faible für ungewöhnliche Rollen hat – etwa in dem ebenfalls sehr speziellen Mein Bruder Kane. Geoffrey Rush hingegen kennt man eher aus anspruchsvollen Prestigeproduktionen. Umso spannender ist es zu sehen, wie gut beide Schauspieler in diesem seltsamen, leicht verstörenden Szenario funktionieren.
Tatsächlich fällt es hier sogar schwer, den Film eindeutig einem Genre zuzuordnen. Zwar gibt es Momente, in denen man über den bissigen Schlagabtausch zwischen Dave und dem ehemaligen Richter schmunzeln muss – gleichzeitig ist das Ganze aber auch ein Drama, Horror und irgendwo sogar ein Thriller.
Regisseur James Ashcroft ist ohnehin dafür bekannt, kein besonders leicht verdauliches Kino zu machen. Sein vorheriger Film Coming Home in the Dark war bereits ein ziemlich harter Brocken – doch hier legt er noch einmal eine ordentliche Schippe drauf.
Wer einen klassischen Spannungsaufbau erwartet, dürfte hier allerdings falsch liegen. Die Geschichte entfaltet sich weniger über eine traditionelle Dramaturgie, sondern eher über einzelne Szenen und Situationen, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammensetzen.
Am Ende bleibt ein wirklich schräger Mix aus verschiedenen Genres, der sicher nicht jedem gefallen wird – aber gerade deshalb auch interessant ist. Und ganz nebenbei sorgt der Film dafür, dass man plötzlich eine ganz neue Angst vor dem Pflegeheim entwickelt, falls dort irgendwann einmal jemand wie Dave das Sagen haben sollte. Also lieber gesund bleiben, meine Herrschaften.
Meine Bewertung fällt – wie bereits angedeutet – sehr subjektiv aus. Mir hat dieser bizarre Mix tatsächlich gut gefallen. Ich kann mir aber genauso gut vorstellen, dass manche Zuschauer damit überhaupt nichts anfangen können.