IN THE GREY
Action / Thriller
Regie: Guy Ritchie
Großbritannien / USA / 2026
Nachdem ein milliardenschweres Vermögen in die Hände eines skrupellosen Despoten gelangt, wird ein verdeckt operierendes Team damit beauftragt, das Geld zurückzuholen. Die erfahrenen Spezialisten Sid und Bronco bewegen sich dabei zwischen bewaffneten Einsätzen, strategischen Täuschungen und politischen Machtspielen. Unterstützt werden sie von Vermittlerin Sophia, die die riskante Operation koordiniert. Was zunächst wie ein präzise geplanter Auftrag beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer Situation, in der sich die Beteiligten nicht mehr sicher sein können, wem sie vertrauen können. Während die Mission eskaliert, geraten die drei immer tiefer in ein Umfeld aus Gewalt, Manipulation und Überlebenskampf.
Ich habe ein grundsätzliches Problem mit Filmen von Guy Ritchie, weil mir diese permanente „Ich bin cool, du bist cool, wir sind alle cool“-Attitüde tierisch auf den Senkel geht. Nun hat man mir allerdings gesagt, dass der Ex-Mann von Lifting-Ikone Madonna diesmal etwas anderes gedreht hat – ansonsten hätte ich mir den Streifen vermutlich gar nicht erst angesehen.
Und siehe da: Ich war tatsächlich überrascht. IN THE GREY ist ein durchgehend spannender und actionreicher Thriller geworden, mit guten Schauspielern, die erfreulicherweise nicht permanent übermäßig chargieren, wie es bei den Filmen des Regisseurs für meinen Geschmack sonst gerne einmal vorkommt.
Die Innovationshöhe der Geschichte ist zwar ungefähr mit der eines Bonsai-Baumes verglichen mit einer ausgewachsenen Eiche zu vergleichen, aber das macht erstaunlich wenig aus. Denn hier gibt es nahezu keine einzige Minute, die man ernsthaft als Leerlauf bezeichnen könnte. Irgendetwas passiert eigentlich immer und so vergeht der Film trotz seiner Laufzeit wirklich wie im Flug.
Henry Cavill und Jake Gyllenhaal können dabei zwar nicht wirklich zeigen, was sie schauspielerisch draufhaben – dafür sind ihre Figuren dann doch etwas zu einfach gezeichnet. Für große Charakterstudien bleibt zwischen den ganzen Einsätzen, Schießereien und Wendungen schlicht keine Zeit. Dafür ist der Film auch in den Nebenrollen hervorragend besetzt und insgesamt funktioniert das Ensemble ausgesprochen gut.
Natürlich erfindet der Streifen weder den Actionthriller neu, noch sollte man über die Geschichte anschließend allzu lange nachdenken. Aber er macht genau das, was ein Film dieser Art machen sollte: Er hält das Tempo hoch, bietet ordentlich Action und schafft es, über die gesamte Laufzeit zu unterhalten.
Wenn ich jetzt behaupte, dass dies für mich der beste Film des Regisseurs ist, werde ich mit Sicherheit von irgendeinem eingefleischten Guy-Ritchie-Fan gekillt – so, wie ich das normalerweise in meiner zweiten Identität als Chucky mit anderen Leuten mache.
Fazit: IN THE GREY hat mich jedenfalls ausgesprochen positiv überrascht. Kein besonders innovativer, dafür aber durchgehend kurzweiliger und temporeicher Actionthriller, der sich erfreulich wenig mit unnötigem Leerlauf aufhält.