Hunting Season

Drama / Thriller / Action

Regie: Jonathan Dillon

USA / 2025


Der Überlebenskünstler Bowdrie führt mit seiner Tochter ein friedliches Leben tief in den Wäldern. Doch die Idylle endet abrupt, als eine blutüberströmte junge Frau an ihr Flussufer gespült wird. Sie ist auf der Flucht vor Alejandro, dem brutalen Anführer eines Kartells.

Von der Außenwelt abgeschnitten, muss Bowdrie die schlafende Bestie in sich wecken, um seine Tochter zu beschützen. Ein gnadenloser Showdown beginnt: Wer zögert, stirbt.

Meine Wenigkeit und Mel Gibson werden wohl keine Freunde mehr. Dafür ist mir der Mann als Person zu suspekt, und viele seiner Filme gingen mir komplett am Allerwertesten vorbei. Andererseits hat er auch starke Sachen gemacht – etwa den hervorragenden KOPFGELD. Unterm Strich bleibt er für mich trotzdem eher schwierig.

Nun hat er hier aber tatsächlich noch einmal einen überraschend starken Film abgeliefert, der auf den üblichen Portalen gar nicht mal so gut wegkommt. Das dürfte vor allem daran liegen, dass Trailer und Inhaltsangabe mal wieder etwas völlig anderes versprechen als das, was man letztlich serviert bekommt.

Denn das hier ist in erster Linie ein Drama mit gelegentlichen Action-Einlagen – und selbst die sind eher sparsam dosiert. Die Beziehung zwischen Vater und Tochter wird ausführlich erzählt, mit viel Ruhe und deutlich mehr Fokus auf Figuren als auf Geballer.

Ich persönlich mochte genau das. Gerade die stilleren Momente sind die stärkeren Teile des Films. Auch die FSK-18-Freigabe darf mir gern mal jemand erklären – da habe ich schon deutlich härtere Sachen mit FSK 16 gesehen.

Gegen Ende gibt es dann endlich auch etwas mehr Wumms. Bis dahin dürften manche Zuschauer allerdings schon weggedämmert sein – nicht, weil der Film schlecht wäre, sondern weil er schlicht etwas ganz anderes ist als vorher verkauft wurde.

Der Bösewicht geht mir zwar etwas auf den Sack, weil er komplett überzeichnet daherkommt. Dafür gefällt die toughe Tochter, die glaubwürdig spielt und nicht bloß schmückendes Beiwerk ist.

Fazit: Ein Drama mit Action-Einschlag, wobei der Einschlag erst spät kommt. Dafür fein gespielt, überraschend ruhig erzählt und insgesamt deutlich besser, als man nach Trailer und Mel-Gibson-Stempel erwarten würde. Selbst ich als Nicht-Gibson-Fan war positiv überrascht.

Was bedeuten die Chuckys?