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Horror / Found Footage
Regie: Christopher Denham
USA / 2008
Ein junges Ehepaar zieht mit seinen zehnjährigen Zwillingen in ein abgelegenes Haus auf dem Land. Um den familiären Neuanfang festzuhalten, beginnen die Eltern, ihr Alltagsleben mit der Kamera zu dokumentieren. Doch schon bald zeigen die Kinder zunehmend beunruhigendes Verhalten. Was zunächst wie harmlose Auffälligkeiten wirkt, entwickelt sich zu einer bedrohlichen Dynamik innerhalb der Familie. Die aufgezeichneten Aufnahmen legen nach und nach eine verstörende Wahrheit offen – und lassen die Situation schließlich völlig außer Kontrolle geraten.
Und genau hier stellt sich bereits die erste Frage: Warum lassen die Eltern das alles überhaupt so weit kommen? Als Zuschauer erkennt man schon nach kurzer Zeit, dass mit den beiden Blagen irgendetwas ganz gewaltig nicht stimmt. Wie verhalten die sich denn sonst den ganzen Tag? Sind die außerhalb der Kamera plötzlich komplett normal oder haben die Eltern schlicht beschlossen, sämtliche Warnsignale konsequent zu ignorieren?
Diese und viele weitere Fragen könnte man sich natürlich stellen – wenn sich der Film überhaupt dafür interessieren würde, Antworten zu liefern. Das Problem ist allerdings: Irgendwann hört man auf, darüber nachzudenken, weil einen die Handlung schlicht nicht genug interessiert.
Spannung kommt praktisch nie auf. Die permanente Wackelkamera geht einem nach kürzester Zeit auf die Nerven, wobei ich ohnehin nie der größte Fan dieses Found-Footage-Gedöns war. Statt Atmosphäre zu erzeugen, wirkt vieles einfach nur anstrengend. Dazu kommt ein Vater, der wirklich erschreckend begriffsstutzig wirkt und offenbar selbst die offensichtlichsten Warnzeichen seiner kleinen Problemkinder konsequent übersieht.
Noch erstaunlicher sind allerdings die Bewertungen im Internet. Schaut man beispielsweise bei IMDb vorbei, findet man dort direkt mehrere 9-von-10-Wertungen. Da fragt man sich unweigerlich, ob diese Leute denselben Film gesehen haben oder ob hier heimlich ein paar Umschläge mit Bargeld den Besitzer gewechselt haben. Anders kann ich mir diesen Begeisterungssturm kaum erklären.
Dabei passiert über weite Strecken einfach erschreckend wenig. Die Grundidee mit den gestörten Kindern hätte durchaus Potenzial gehabt, doch der Film schafft es nie, daraus echte Spannung oder gar Horror zu entwickeln. Stattdessen hangelt man sich durch endlose Familienvideos, bis irgendwann endlich der Abspann Erlösung verspricht.
Fazit: Langweiliger wird es kaum noch. Der Film ersetzt zuverlässig jede Schlaftablette und könnte deshalb durchaus für Menschen mit Insomnie interessant sein. Für diese erstaunlich zuverlässige Wirkung vergebe ich sogar noch einen Extrapunkt. Als Horrorfilm funktioniert das Ganze allerdings ungefähr so gut wie ein Regenschirm mit eingebauten Löchern.