Ghost Game
Horror
Regie: Joe Knee
USA / 2006
Ghost Game – Manche Spiele sollten nie gespielt werden. Selten war ein Untertitel so passend wie hier. Aber der Reihe nach.
Vier Jugendliche fahren an irgendeinen See, um am Wochenende Spaß zu haben (ist ja mal ganz was Neues). Zu dem dämlichen Quartett gesellt sich noch ein Typ namens Ted, der darauf besteht, dass ihn alle „Cousin Ted“ nennen (wahnsinnig lustig).
In der Hütte angekommen, finden sie ein merkwürdiges Gesellschaftsspiel und missachten natürlich die Warnung, dieses bloß nicht auszuprobieren. Das lässt drei Hexen auferstehen, die dann nichts Besseres zu tun haben, als Jagd auf die mittlerweile sieben Herrschaften zu machen (bietet noch mehr Raum für Asi-Sprüche). Wie können sie ihrem sicheren Tod entgehen?
Wie unschwer zu erahnen: gar nicht. Und das ist auch vollkommen in Ordnung, sonst hätte man uns vielleicht zwei Jahre später noch mit einer Fortsetzung dieses Katastrophenprojekts beglückt.
Die vollkommen innovationsfreie Story ist schon für sich genommen mies genug, wird aber von den hundsmiserablen „Schauspielern“ noch deutlich getoppt. Man realisiert plötzlich, wie sensationell gut die Leistungen eines Dolph Lundgren eigentlich sind.
Die Dialoge bewegen sich irgendwo zwischen peinlich und vorpubertär. Und wenn Begriffe wie „Nutte“, „Titten“ oder „ficken“ Qualitätsmerkmale für einen guten Film wären, dann hätten wir es hier mit einem Meisterwerk zu tun. Anscheinend gibt es in Amerika für Twens grundsätzlich keinen anderen Gesprächsstoff.
Am schlimmsten erwischt es den Zuschauer allerdings bei den Hexen, die offenbar dem männlichen Geschlecht eine gewisse Erotik suggerieren sollen. Wenn diese Tussen – geschminkt wie Münchner Vorstadtnutten nach einem Platzregen und attraktiv wie drei zu lang gekochte Suppenhühner – erotisch sein sollen, dann sollte ich dringend einen Arzt aufsuchen und mir Viagra verschreiben lassen. Bei mir tut sich da unten nämlich gar nichts.
Sage und schreibe elf „Executive Producer“ hat man für diese Produktion verschlissen. Ich frage mich ernsthaft, was deren Aufgaben waren. Kaffee kaufen? Kochen? Servieren? Oder haben die restlichen einfach nur getrunken?
Vielleicht waren auch alle gleichzeitig auf der Suche nach Geldgebern – dafür braucht man bei so einem Projekt allerdings tatsächlich eine Menge Leute. Denn Menschen mit halbwegs funktionierendem Verstand davon zu überzeugen, für diesen grottigen Müll Geld lockerzumachen, erfordert schon enorme Überredungskunst.
Auch an der Story waren gleich drei Leute beteiligt. Vermutlich haben die bei ihren Treffen mehr gesoffen als geschrieben, anders lässt sich dieses Drehbuch kaum erklären. Selbst für einen Legastheniker wäre das eine Aufgabe von maximal 45 Minuten.
Joe Knee heißt der Regisseur, der dieses Kunstwerk verbrochen hat. Passt ja, denn dieser Schrott fühlt sich an wie ein Tritt mit dem Knie in die Magengrube. Erstlingswerk versaut. Bitte beim nächsten Mal besser machen.
Eine Chance bekommst du noch, Joe – aber dafür muss schon eine gewaltige Steigerung her.