Free Fall

Science-Fiction / Thriller

Regie: Oleg Urazaykin

Russland / 2023


Als Astronaut Max nach einer Forschungsmission zu seiner Raumstation zurückkehren will, wird diese von einem Protonensturm erwischt und praktisch komplett zerlegt. Max bleibt nichts anderes übrig, als hilflos in seinem beschädigten Raumanzug durchs All zu treiben. Sein einziger Kontakt ist der Bordcomputer Anna, der ihn aus der Ferne irgendwie in Sicherheit lotsen soll – bevor ihm endgültig der Sauerstoff ausgeht.

Und genau diese Bot-Dame würde mir als Astronaut ziemlich schnell auf die Nerven gehen. Anna hat nämlich ständig tolle Ideen auf Lager – leider meist solche, die sich für Max nur schwer oder gar nicht umsetzen lassen. Von außen kluge Ratschläge geben ist halt einfacher, wenn man nicht selbst durchs Vakuum trudelt.

Wieder einmal haben wir es hier mit einer russischen Produktion zu tun. Entweder produzieren die momentan wie verrückt oder ich gerate einfach ständig an deren Filme. Das ist inzwischen schon der dritte Streifen aus Russland, den ich in den letzten zwei Wochen gesehen habe – und lustigerweise bekommen alle drei am Ende exakt die gleiche Bewertung.

Optisch kann sich FREE FALL jedenfalls sehen lassen. Natürlich erkennt man deutlich, dass viele Effekte aus dem Rechner stammen und vermutlich auch kräftig KI-optimiert wurden. Aber das stört überraschend wenig, denn die Bilder sind durchaus eindrucksvoll.

Auf IMDb sieht man zudem, dass tatsächlich auch einiges an Kulissen gebaut wurde und nicht alles nur aus der digitalen Retorte stammt. Ganz ehrlich: Filme, die komplett von der KI generiert werden, wären mir dann doch etwas unheimlich. Reicht schon, dass man sich mittlerweile Songs von der Maschine komponieren lassen kann.

Der Film konzentriert sich komplett auf den Überlebenskampf von Max, weshalb wir über weite Strecken auch nur einen einzigen Darsteller sehen. Sein Leben hängt buchstäblich an einem seidenen Faden – und allein die Vorstellung, irgendwo mutterseelenallein durchs All zu treiben, sorgt schon für ordentlich Beklemmung.

Die Laufzeit von rund 80 Minuten ist dabei eine gute Entscheidung. Viel länger hätte man dieses Szenario wohl kaum interessant halten können, denn so viele Dinge können einem in dieser Lage schließlich nicht passieren.

Das Finale hält zwar noch eine kleine Überraschung bereit, wirkt aber etwas überdramatisiert. Trotzdem bleibt FREE FALL ein visuell durchaus beeindruckender Überlebenskampf im All, der solide Unterhaltung bietet und sich am Ende 6 Chuckys verdient.

Was bedeuten die Chuckys?