Firecracker

Drama / Thriller

Regie: Neil Breen

USA / 2005


„Firecracker“ ist wieder ein klassisches Beispiel für einen Streifen, bei dem die Meinungen vollkommen auseinandergehen. Bei meiner Suche im Internet fand ich entweder Lobeshymnen oder böse Verrisse. Leider muss ich mich eher Letzterem anschließen.

Die Story ist äußerst merkwürdig. Jimmy wird von seinem älteren Bruder David ständig gehänselt und auch missbraucht, zumal er ohnehin ein Weichei ist und lieber auf dem Klavier klimpert, statt zu einem „richtigen“ Mann heranzuwachsen. Die Mutter ist ein seelisches Wrack und unfähig, etwas zu tun, der Vater geistig abwesend.

Eines Tages kommt ein Jahrmarkt in die Stadt. Dort will David seine Ex-Freundin Sandra wiedersehen und erneut mit ihr zusammenkommen. Doch die hat daran keinerlei Interesse, da sie mittlerweile mit dem tyrannischen und herzlosen Frank liiert ist. Als der Jahrmarkt weiterzieht, verschwindet auch David spurlos. Die Polizistin Ed beginnt Nachforschungen anzustellen.

Die obige Zusammenfassung beinhaltet nur etwa 30 % des Filmes, was damit zusammenhängt, dass hier massenhaft unsinnige Dialoge stattfinden, die oft rein gar nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben. Wobei man sich ohnehin fragen muss, ob man hier überhaupt von einer Geschichte sprechen kann – die ist dermaßen mickrig, dass man sie auch in einem einzigen Satz zusammenfassen könnte.

Eine nette Idee ist, dass alle Szenen in der Kleinstadt in Schwarzweiß gedreht wurden, während die Sequenzen auf dem Jahrmarktsgelände in knackigen Farben erstrahlen. Auch der Auftakt des Streifens ist vielversprechend: Eine lange Kamerafahrt endet in einem kleinen Schuppen, die Kamera schwenkt ins Dunkel, und schon startet der Vorspann.

Da dachte ich noch: „Hee, das kann ja interessant werden.“ Es wurde leider eine mittlere Katastrophe.

Es stellt sich zunächst die Frage, wieso die Rollen von Frank/David und Sandra/Eleanore von denselben Darstellern verkörpert werden. Doch auch bei ausgiebigem Nachdenken komme ich auf keinerlei plausible Erklärung – außer einem schlicht zu schmalen Budget. Aber vermutlich verstehe ich hier einfach nur einen künstlerischen Kniff nicht.

Zudem ist es absolut lächerlich, dass die grob geschätzt 65 Jahre alte Karen Black hier die Femme fatale spielt, der sowohl David als auch Jimmy verfallen sind. Hallo? Geht’s noch?

Der Film hat unzählige kleinere Nebenschauplätze, die offenbar nur dazu dienen, den Mist künstlich in die Länge zu ziehen. Einen wirklichen Sinn ergeben sie meiner Meinung nach nicht. Besonders die Rolle der Eleonore existiert scheinbar nur, um den Zuschauer mit ihrem labilen Geseiere zu nerven.

Der einzige halbwegs passable Teil sind die Ermittlungen der forschen weiblichen Polizistin Ed. Susan Taylor ist auch die Einzige, die in diesem Dauernonsens eine brauchbare schauspielerische Leistung abliefert. Leider geht das im restlichen Quatsch völlig unter.

Und wieso heißt der Film eigentlich „Firecracker“? Ich sehe nicht im Ansatz eine plausible Erklärung.

Ein äußerst blödsinniger und vor allem stinklangweiliger Streifen, den ich nur mit Mühe und Not durchgehalten habe, ohne die Stopp-Taste des DVD-Players zu drücken. Offenbar gibt es Menschen, die hierin ein Meisterwerk sehen – mir bleibt da nur kopfschüttelndes Staunen.

Was bedeuten die Chuckys?