Dead End Road
Thriller / Horror
Regie: Jeff Burton
USA / 2005
„Jeff Burtons Dead End Road“ prangt groß auf dem Cover. Da sollte man meinen, dass der Mann schon das ein oder andere Highlight vorgelegt hat. Weit gefehlt. Burton hat bislang ausschließlich Schrott produziert – und bleibt dieser Linie hier mehr als treu.
Die dünne Story dreht sich um einen Psychopathen, der Frauen tötet, mit denen er zuvor längere Zeit in Chatrooms verbracht hat. Das FBI wird eingeschaltet. Eine Agentin verabredet sich mit dem mutmaßlichen Killer – doch dieser ist ihr natürlich mehrere Schritte voraus.
Mehr zur Handlung braucht man nicht zu sagen. Wer sich nach dieser Rezension den Film trotzdem noch ansieht, ist selbst schuld.
Die erste Frechheit steht groß auf dem Cover: „Based on the tales of Edgar Allan Poe“. Ich würde mich nicht wundern, wenn der Meister irgendwann persönlich aus dem Grab steigt, um sich diesen filmischen Frevel vom Leib zu halten.
Trotzdem bekommt der Film gnädige 2 Punkte. Einen, weil man einen geben muss – und einen unfreiwilligen Humorchucky. Denn wenn man den Streifen nicht ernst nimmt (obwohl er es selbst todernst meint), ist er stellenweise tatsächlich komisch.
Der Killer läuft in Klamotten aus dem 19. Jahrhundert herum und soll offenbar Poe darstellen. Tatsächlich sieht er aus wie eine misslungene Mischung aus Leprechaun und Kater Karlo. Dazu kommt eine der schlechtesten Synchronstimmen, die man sich vorstellen kann. Generell scheint man bei der Auswahl der Sprecher gezielt nach maximaler Demotivation gesucht zu haben.
Besonders lustig sind die Fernsehszenen: Die Lippenbewegungen sind derart asynchron, dass man glaubt, Bild und Ton liefen auf zwei verschiedenen Planeten.
Dazu dudelt permanent eine nervige elektronische Musik, selbst wenn absolut nichts passiert – also fast die ganze Zeit. Spannung erzeugt das natürlich keine.
Auch die Todesfälle sind eine Farce. Besonders hervorzuheben ist der Mann, der an einem Gas stirbt, das angeblich binnen fünf Sekunden tödlich wirkt. Sein „Erstickungs- spiel“ sieht allerdings eher so aus, als hätte er zwei Stunden Hardcore-Sport hinter sich oder etwas extrem Verstörendes gesehen.
Regietechnisch ist das Ganze ebenfalls ein Totalausfall. In nahezu jeder Einstellung sind die Köpfe der Darsteller halb abgeschnitten. Entweder handelt es sich hier um völlige Unfähigkeit – oder um eine filmische Innovation, die ich einfach nicht zu würdigen weiß.
Die letzten 30 Minuten habe ich im Schnellvorlauf gesehen. Irgendwann ist einfach der Punkt erreicht, an dem man diesen Krampf nicht mehr erträgt.
Fazit: Grottiger Thriller mit hanebüchener Story, katastrophaler
Technik und unfreiwilliger Komik.
Wertung: 1 Punkt + 1 Humorchucky.