DAS KARTELL
Action / Thriller
Regie: Justin Chadwick
USA / Großbritannien / Kolumbien / 2026
Captain Jordan Wright reist mit seiner Einheit nach Mexiko, um die Hochzeit eines Kameraden zu feiern. Die ausgelassene Stimmung schlägt jedoch abrupt um, als ein Streit mit ortsansässigen Kartellmitgliedern eskaliert und es zu einem tödlichen Schusswechsel kommt. Wright und sein Team müssen sich daraufhin dem zahlenmäßig überlegenen Gegner in einem erbarmungslosen Kampf ums Überleben entgegenstellen.
„Actionikone Kiefer Sutherland kehrt als kampferprobter Captain in einem kompromisslosen Survival-Action-Thriller zurück und beweist einmal mehr mit seiner Präsenz als charismatischer Anführer.“
… das musste ich einfach stehen lassen, denn wieder einmal lobt der Pressetext den Film und seinen Hauptdarsteller über den grünen Klee. Die Realität sieht allerdings ein wenig anders aus.
Nun ist DAS KARTELL beileibe kein Schrott. Die Darsteller sind okay, die Inszenierung ist grundsolide und handwerklich gibt es wenig, worüber man sich ernsthaft aufregen müsste. Das Problem ist vielmehr die ziemlich dünne Geschichte. Irgendjemand hat vorher offenbar noch einmal DIE SIEBEN SAMURAI gesehen und sich gedacht, dass man das Prinzip doch auch irgendwie mit Soldaten und einem mexikanischen Kartell verwursten könnte.
Nach dem üblichen „In der Army zu sein ist das Geilste der Welt“-Gesabbel wird die Geschichte tatsächlich einigermaßen interessant, sobald es zur Hochzeit nach Mexiko geht. Man weiß natürlich ziemlich schnell, dass die fröhliche Feier nicht besonders lange fröhlich bleiben wird, und tatsächlich dauert es nicht lange, bis die Situation eskaliert.
Allerdings ist der vermeintliche Auslöser für die anschließende blutige Auseinandersetzung schon ausgesprochen dünn geraten. Gerade wenn darauf praktisch der gesamte weitere Film aufgebaut wird, hätte man sich wirklich etwas Überzeugenderes einfallen lassen können. Stattdessen reicht eine vergleichsweise banale Situation aus und schon darf ordentlich geballert werden.
Danach funktioniert DAS KARTELL immerhin als geradliniger Actionfilm recht ordentlich. Die Inszenierung hält das Tempo hoch genug, die Schießereien sind brauchbar umgesetzt und größere Langeweile kommt erfreulicherweise nicht auf. Überraschungen sollte man allerdings ebenfalls keine erwarten.
Dazwischen gibt es Kiefer Sutherland, der sich in den vergangenen Jahren auf der großen Leinwand doch eher rar gemacht hat und versucht, ein wenig schauspielerischen Glanz in die Angelegenheit zu bringen. Das gelingt allerdings nur bedingt, was weniger an ihm selbst als an seiner ziemlich simpel geschriebenen Rolle liegt.
Trotzdem kann man sich den Film durchaus anschauen, ohne dabei wegzunicken. Sollte der Leser dieser Rezi irgendwann einmal einem Alien begegnen, das wissen möchte, was das Wort „solide“ bedeutet, soll er ihm einfach diesen Film zeigen.
Aber solide reicht halt leider nicht für eine höhere Bewertung als diese – und die auch nur mit Sutherland-Bonus.