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DAS GEHEIME STOCKWERK
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DAS GEHEIME STOCKWERK

Abenteuer / Drama / Familie

Regie: Norbert Lechner

Deutschland / 2025


Karli (12) zieht mit seiner Familie in die Alpen, wo sich seine Eltern endlich den Traum vom eigenen Hotel erfüllen. Bei seinen Erkundungstouren durch das alte Grandhotel entdeckt er jedoch etwas Unglaubliches: Mit einem alten Lastenaufzug kann er tatsächlich durch die Zeit reisen – direkt ins Jahr 1938. Dort freundet er sich mit dem jüdischen Mädchen Hannah und dem Schuhputzerjungen Georg an. Doch Karli verschweigt seinen neuen Freunden zunächst, was er über ihre Zukunft weiß und warum es lebenswichtig wäre, dass Hannah niemals nach Berlin zurückkehrt. Als Georg zudem zu Unrecht des Diebstahls beschuldigt und gefeuert wird, beschließen die drei gemeinsam, den wahren Täter zu finden. Dabei stoßen sie auf Geheimnisse, die weit über einen einfachen Kriminalfall hinausgehen.

Zuerst einmal muss man wirklich die großartige Grundidee dieses Films loben. Da braucht es tatsächlich erst einen Kinderfilm, um mal wieder eine wirklich originelle Geschichte auf die Leinwand zu bringen, während sich das normale Kinoprogramm gefühlt seit Jahren nur noch aus immer denselben Fortsetzungen, Remakes und Superhelden zusammensetzt.

Natürlich wird nie erklärt, warum dieser Aufzug überhaupt Zeitreisen ermöglicht – aber das ist ehrlich gesagt auch völlig nebensächlich. Der Film weiß ganz genau, dass seine eigentliche Stärke woanders liegt: nämlich bei seinen Figuren. Man schaut diesem sympathischen Trio einfach unglaublich gerne dabei zu, wie es versucht, einen kleinen Kriminalfall zu lösen, während im Hintergrund gleichzeitig immer die bedrohliche Realität des Jahres 1938 mitschwingt.

Und genau diese Mischung macht den Film so besonders. Einerseits ist das Ganze ein spannendes Kinderabenteuer mit Humor, Rätseln und sympathischen Figuren, andererseits bekommt gerade das jüngere Publikum quasi nebenbei noch eine kleine Geschichtsstunde serviert – allerdings deutlich cleverer und emotionaler als in manchen Schulbüchern.

Besonders gelungen ist dabei Karlis innerer Konflikt. Er weiß genau, was seinen neuen Freunden – vor allem Hannah – in der Zukunft drohen könnte, kann es ihnen aber nicht einfach sagen. Gerade diese Hilflosigkeit macht viele Szenen überraschend emotional. Wenn Karli später beginnt, seine Mutter immer mehr über diese Zeit auszufragen, ist das nicht nur glaubwürdig inszeniert, sondern teilweise sogar richtig traurig, weil ihm langsam bewusst wird, dass er das Schicksal seiner Freunde vermutlich gar nicht ändern kann.

Dazu kommen wirklich sympathische junge Darsteller, die ihre Rollen erstaunlich authentisch spielen. Gerade bei Kinderrollen wirkt vieles ja oft schnell künstlich oder aufgesetzt, hier funktioniert das jedoch erfreulich gut. Und man darf auch nicht vergessen: Für Zehn- oder Zwölfjährige ist es sicher alles andere als leicht, glaubwürdig Figuren aus den 30er Jahren darzustellen. Auch die erwachsenen Nebendarsteller sind durch die Bank passend besetzt.

Besonders hervorheben muss man außerdem die wunderschöne Ausstattung des Films. Das alte Hotel versprüht eine tolle Atmosphäre und gerade die Szenen im Jahr 1938 wirken sehr liebevoll gestaltet. Man merkt deutlich, dass hier viel Wert auf Details gelegt wurde.

Das Ende wiederum ist wirklich herzerwärmend und hätte meiner Meinung nach kaum besser umgesetzt werden können. Selten hat ein Kinderfilm in letzter Zeit so einen schönen emotionalen Abschluss gefunden, ohne dabei komplett kitschig zu wirken.

Wirklich fragwürdig finde ich allerdings die FSK-6-Freigabe. Denn ganz ehrlich: Kein Kind unter zwölf Jahren wird die historischen Zusammenhänge oder die eigentlichen Schrecken des Nationalsozialismus wirklich begreifen können. Für viele dürfte der Film deshalb eher aus lauter Fragezeichen bestehen. Ältere Kinder und Erwachsene dagegen bekommen hier ein erstaunlich kluges, emotionales und sehr schön inszeniertes Abenteuer geboten, das weit mehr ist als nur gewöhnliches Familienkino.

Was bedeuten die Chuckys?