BONE LAKE
Thriller / Horror
Regie: Mercedes Bryce Morgan
USA / 2024
Diego und seine Freundin Sage haben sich das romantische Wochenende am Bone Lake definitiv anders vorgestellt, denn ihr luxuriöses Ferienhaus wurde offenbar doppelt gebucht. Dort treffen sie auf Will und Cin – ein extrem extrovertiertes Paar, das sofort für eine unangenehme Mischung aus sexueller Spannung, Manipulation und latentem Wahnsinn sorgt. Doch aus dem zunächst seltsamen Aufeinandertreffen entwickelt sich schon bald ein gefährliches Spiel aus Lügen, Machtspielchen und Gewalt, das schließlich komplett eskaliert.
Das Cover lässt zunächst einen klassischen Horrorfilm vermuten – davon ist BONE LAKE allerdings meilenweit entfernt. Da helfen auch die Totenköpfe auf dem Artwork nichts und die hohe FSK-Freigabe wirkt – abgesehen von einer etwas härteren Szene – ebenfalls ziemlich übertrieben.
Zunächst wird nämlich erstmal eine gefühlte halbe Stunde lang hauptsächlich geredet. Das übliche „Pärchen trifft anderes Pärchen“-Gequatsche eben, bei dem man sich als Zuschauer zwischendurch fragt, ob man versehentlich bei irgendeinem Beziehungsratgeber gelandet ist. Irgendwann merkt man dann immerhin langsam, dass mit einem der Beteiligten etwas ganz gewaltig nicht stimmt.
Das eigentliche Problem ist allerdings, dass die ersten echten Spannungsmomente viel zu spät einsetzen. Auch diese ganze erotische Verführungsschiene wirkt auf mich ehrlich gesagt ziemlich konstruiert. Nun bin ich selbst sicher nicht gerade ein emotionsloser Kühlschrank, aber bei den beiden Damen wäre bei mir persönlich mal so überhaupt nichts passiert. Die angebliche sexuelle Spannung wird hier jedenfalls eher behauptet als tatsächlich glaubwürdig vermittelt.
Überhaupt wirkt vieles ziemlich künstlich zusammengebaut. Auch die Motive der beiden bekloppten Figuren werden kaum vernünftig herausgearbeitet, sondern einfach vorausgesetzt. Man soll das Ganze eben akzeptieren und nicht zu viele Fragen stellen. Wem das reicht – bitte.
Die letzte halbe Stunde entschädigt dann allerdings tatsächlich für einiges. Da geht endlich mal ordentlich die Post ab und plötzlich erkennt man auch Ansätze des Horrorfilms, auf den man zuvor gefühlt eine Ewigkeit gewartet hat. Gerade dort zieht das Tempo deutlich an und der Film zeigt endlich etwas Biss.
Die Schauspieler machen ihre Sache insgesamt ordentlich, ohne dabei jetzt komplett aus den Socken zu hauen. Die angebliche Femme Fatale ist für mich ehrlich gesagt eher nur „Femme“ als wirklich „fatale“ und auch die Splattereinlagen sind zwar nicht durchgehend spektakulär, dafür aber stellenweise durchaus gelungen umgesetzt.
Fazit: Da hatte ich nach dem ganzen Vorab-Hype ehrlich gesagt deutlich mehr erwartet. Andererseits passiert genau das heutzutage ja ständig: Lautes Marketing, großes Geschrei – und am Ende sitzt man da und denkt sich nur: „Ja… war schon okay.“