Bodycam

Found Footage / Horror

Regie: Brandon Christensen

Kanada / 2023


Als zwei Polizeibeamte zu einem scheinbar gewöhnlichen Familienstreit gerufen werden, eskaliert die Situation auf dramatische Weise. In einer chaotischen Schießerei sterben ein Mann – und ein Baby. Aus Angst vor den Konsequenzen beschließen die Polizisten, den Vorfall zu vertuschen. Doch nicht nur die Bodycams haben alles aufgezeichnet. Eine albtraumhafte Nacht nimmt ihren Lauf.

Ich bin nun wirklich nicht der ideale Ansprechpartner für Found-Footage-Filme. Das permanente Gewackel geht mir normalerweise gehörig auf die Nerven. Der einzige Grund, warum ich mir BODYCAM überhaupt angesehen habe, war der Regisseur. Christensen hat in den letzten Jahren einige wirklich solide Genrebeiträge abgeliefert – allen voran den gelungenen THE PUPPETMAN.

Was hier allerdings ausgesprochen gut funktioniert, ist die konsequente Perspektive. Durch die an den Uniformen befestigten Kameras bleibt man permanent auf Augenhöhe mit den Polizisten. Dadurch entstehen interessante Blickwinkel, die dem Found-Footage-Genre tatsächlich noch neue Facetten abgewinnen.

Vergleichbar gelungen war das für mich zuletzt beim ersten REC – während ich bei diversen paranormalen Aktivitäten der gleichnamigen Filmreihe oft schon eingeschlafen war, bevor überhaupt etwas passierte.

BODYCAM ist zudem überraschend unheimlich. Vor allem der Anfang und das Finale haben eine unangenehme Intensität, die sich regelrecht einbrennt. Der Film bleibt dabei erfreulich konsequent und scheut sich nicht, unangenehme Bilder stehen zu lassen.

Auch die Freigabe ab 18 ist absolut gerechtfertigt. Einige Szenen sind heftig – und durch die subjektive Kamera wirken sie deutlich unmittelbarer als in klassischen Horrorfilmen, in denen die Kamera oft im entscheidenden Moment wegblendet.

Unter dem Strich bleibt ein überraschend starker Genrebeitrag mit einigen originellen Ideen, die ich aus Spoilergründen nicht näher erläutern möchte. Für Fans des Found-Footage-Subgenres ist BODYCAM ein echter Geheimtipp.

Von mir gibt es dafür eine 7er-Wertung – meines Wissens die höchste, die ich diesem Subgenre bislang verliehen habe.

Was bedeuten die Chuckys?