Bloody Axe Wound

Horror / Komödie

Regie: Matthew John Lawrence

USA / 2024


Teenagerin Abbie Bladecut ist zwischen zwei Welten hin- und hergerissen: den Traditionen des blutigen Familienunternehmens und ihrem ersten, unwiderstehlichen Schwarm. In der Kleinstadt Clover Falls wurden seit Jahrzehnten echte Morde von Abbies Vater Roger Bladecut auf Video festgehalten und an eine ziemlich morbide Kundschaft verkauft. Doch je mehr Abbie über dieses Geschäftsmodell und die Opfer erfährt, desto stärker wächst in ihr der Wunsch nach einem anderen Leben.

Auf anderen Seiten kommt der Streifen erstaunlich schlecht weg – kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen. Ich habe mich hier ziemlich gut unterhalten gefühlt. Die etwas krude Mischung aus Horror und Liebesgeschichte (die zum Glück eher angedeutet wird und nicht in peinlichen Bettszenen ausartet) funktioniert erstaunlich rund.

Die Morde selbst sind durchaus ordentlich zur Sache gehend, weshalb es mich schon wundert, dass der Film ab 16 durchgewunken wurde. Wahrscheinlich liegt das daran, dass sich BLOODY AXE WOUND nie komplett ernst nimmt und immer wieder ein paar trockene Gags einstreut.

Auch die Grundidee ist mal angenehm anders. Mir fällt spontan kein Film ein, in dem der Vater Menschen umlegt, um daraus ein Geschäftsmodell mit Videoaufnahmen zu machen – und die Tochter quasi in seine Fußstapfen treten soll. Falls doch: gerne melden. Würde mich wirklich interessieren.

Die beiden Hauptdarstellerinnen machen ihre Sache wirklich gut und bringen genug Talent mit, dass man sie sich merken sollte. Gerade in diesem Subgenre hat man ja sonst eher schauspielerische Totalausfälle vor der Kamera – hier ist das erfreulicherweise nicht der Fall.

Am Anfang tappt man noch ein wenig im Dunkeln, warum in dieser Kleinstadt ständig Jugendliche über den Jordan gehen. Das wird später zwar aufgeklärt – und ist zugegeben ziemlich hanebüchen – aber es passt zum Ton des Films und schmälert den Spaß nicht wirklich.

Obendrauf gibt’s noch eine richtig schöne Schlussszene, die das Ganze sauber abrundet.

Ich kann die vielen negativen Stimmen jedenfalls nicht ganz nachvollziehen. Dazu kommt eine überraschend starke Synchronisation – was man von LIGHTHOUSE-Produktionen ja durchaus kennt – und so ergibt sich am Ende eine unterhaltsame Horrorkomödie mit leichten Zwischentönen. Große Lacher sollte man nicht erwarten, aber ein paar fiese Grinser sind definitiv drin.

Fazit: Ungewöhnliche Idee, gut umgesetzt und deutlich unterhaltsamer als sein Ruf. Kein Klassiker, aber definitiv über dem Durchschnitt.

Was bedeuten die Chuckys?