Black Hole
Sci-Fi / Katastrophenfilm
Regie: Tibor Takács
USA / 2006
Eigentlich wollte ich hier erst gar nichts über die Story erzählen, doch die ist einfach so schön dusselig, dass man kaum darum herumkommt. In einem Keller einer Versuchsanstalt irgendwo in Amerika schlägt ein Experiment fehl. Dabei entsteht ein schwarzes Loch. Ja, wirklich.
Um die Bevölkerung zu schützen, holt man den einst geschassten Physiker Erik zurück. Gemeinsam mit seiner ehemaligen Kollegin Shannon soll er das Problem lösen. Das gestaltet sich allerdings schwierig, denn aus dem schwarzen Loch ist bereits eine unbekannte Lebensform gekrochen, die nun in Richtung Stadt unterwegs ist.
In einem Keller ein schwarzes Loch zu erschaffen und dieses dann noch mit einer außerirdischen Lebensform zu kombinieren, ist schon eine bemerkenswert bescheuerte Idee. Das Monster – eine Art Elektrizitäts-Predator – ist immerhin halbwegs passabel getrickst, hilft dem Film aber leider überhaupt nicht.
Selbstverständlich werden alle Klischees bedient: ein unfähiges Militär, Präsidenten, die reflexartig nukleare Einsätze fordern, und ein alkoholkranker, frisch geschiedener Physiker, der natürlich die Welt rettet. Gähn.
Regisseur Takács, mit dem ich bereits bei Earthquake das zweifelhafte Vergnügen hatte, recycelt hier erneut Studiokulissen, Erdbeben-Effekte und Ideenmüll. Dass mit Judd Nelson und Kristy Swanson sogar halbwegs bekannte Namen dabei sind, liegt wohl eher an deren finanzieller Situation als an der Qualität des Drehbuchs.
Die Dialoge sind durchgehend unfreiwillig komisch. Ein Highlight: „Wenn mir jetzt jemand einen Kaffee bringt, werde ich ihm ewig dankbar sein“ – gesprochen kurz bevor die Welt unterzugehen droht. Nun ja, „ewig“ ist in diesem Szenario relativ.
Der Film ist keine Sekunde spannend, dafür aber konstant dämlich. Die Lösung des Problems setzt dem Ganzen die Krone auf: Da sich das Wesen von Strom ernährt, schaltet man kurzerhand einer Großstadt den Strom ab, lockt das Monster hinter einem Militärfahrzeug her und fährt es direkt ins schwarze Loch zurück. Fertig.
Vielleicht sollte man wirklich ein schwarzes Loch erschaffen – um Regisseur und Drehbuchautoren hineinzulocken, damit sie die Menschheit nie wieder mit so einem Mist behelligen können.
Fazit: Hochgradig dämlicher Sci-Fi-Katastrophenfilm ohne Spannung, Logik oder Unterhaltung. Gnädige 2 Chuckys – aber nur, weil es dieses Jahr noch zwei Filme gab, die schlimmer waren.