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BANG BANG
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BANG BANG

Drama

Regie: Vincent Grashaw

USA / 2024


Nach Jahren fernab des Rings lebt der einst gefürchtete Boxer Bernard „Bang Bang“ Rozyski zurückgezogen und verbittert am Rand der Gesellschaft. Erst das unerwartete Wiedersehen mit seinem Enkel gibt ihm neuen Halt. Entschlossen, dem Jungen eine Perspektive zu bieten, beginnt Bang, ihn zu trainieren – und findet dadurch selbst langsam zurück ins Leben. Doch nicht jeder glaubt an seine guten Absichten. Zu präsent ist die erbitterte Rivalität mit seinem ehemaligen Gegner Darnell Washington, der heute, sehr zum Unmut Bangs, für das Bürgermeisteramt von Detroit kandidiert. Während das Training die Beziehung zwischen Großvater und Enkel vertieft, stellt sich immer stärker die Frage, was Bang wirklich antreibt: Will er dem Jungen eine bessere Zukunft ermöglichen oder gibt er nur den Zorn und die Gewalt weiter, die sein eigenes Leben geprägt haben?

Och neee, nicht schon wieder ein Boxerfilm, in dem Papa oder Opa dem Jungen beibringt, wie man im Ring ordentlich austeilt und was man beachten muss, um irgendwann ganz groß rauszukommen. Glücklicherweise hat dieser Streifen damit nicht sonderlich viel am Hut. BANG BANG ist vielmehr ein Sozial- und Familiendrama, in dem das Boxen lediglich eine untergeordnete Rolle spielt.

Tim Blake Nelson haut in den ersten 30 Minuten mehr One-Liner raus als Bruce Willis in allen STIRB LANGSAM-Filmen zusammen. Und bei einigen davon muss man tatsächlich lachen, obwohl man das eigentlich gar nicht vorhatte. Aber was soll man machen, wenn der alte Griesgram eben wirklich lustig ist?

Danach wird die Angelegenheit allerdings deutlich seriöser. Man bekommt eine insgesamt zwar eher unspektakuläre, aber dennoch interessante Geschichte erzählt, die sich zunehmend mit Bang Bangs Vergangenheit beschäftigt. Dabei geht es weniger darum, ob der alte Mann seinem Enkel das Boxen beibringen kann, sondern vielmehr darum, was aus einem Menschen wird, der sein ganzes Leben von Gewalt, Wut und falschen Entscheidungen bestimmen ließ.

Die Darsteller sind durchweg top, allen voran natürlich Tim Blake Nelson, der den heruntergekommenen Ex-Boxer herrlich mürrisch und gleichzeitig erstaunlich menschlich spielt. Dazu zeigt der Film ein Detroit, das nun wirklich alles andere als besuchenswert erscheint: dreckig, verarmt und an vielen Stellen beinahe vollkommen heruntergekommen.

Den Besuch in seinem alten Familienhaus und die Geschichte mit den Jugendlichen hätte ich dagegen nicht zwingend gebraucht. Gerade an dieser Stelle nimmt sich der Film für meinen Geschmack etwas zu viel Zeit und verliert unnötig an Tempo. Dafür gibt es zum Abschluss noch ein ziemlich cooles Ende, das einiges wieder wettmacht.

Fazit: Ein realistisch wirkendes und gut gespieltes Drama mit einem Hauptdarsteller, der noch beschissener aussieht als in OLD HENRY – was eigentlich gar nicht möglich sein dürfte. Wer allerdings auf einen klassischen Boxerfilm mit reichlich Ring-Action hofft, ist hier an der falschen Adresse.

Was bedeuten die Chuckys?