N121 – TERROR IM NACHTBUS
Drama / Thriller
Regie: Morade Aïssaoui
Frankreich / Belgien / 2026
Nach einem ausgelassenen Abend in Paris bringt die Linie 121 die drei Jugendfreunde Oscar, Simon und Aïssa zurück in ihren Vorort. Der Nachtbus ist voll, die Passagiere sind gereizt und müde. Als ein Streit unter den Fahrgästen plötzlich brutal eskaliert, gerät die Situation völlig außer Kontrolle und der Bus verwandelt sich in eine tödliche Falle. Die drei Freunde müssen einen Weg finden, zu entkommen – denn nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Zukunft steht auf dem Spiel.
Grundsätzlich eine ziemlich schicke Idee, die allerdings nicht ganz einfach über eine komplette Filmlänge zu tragen ist. Schließlich sind die Möglichkeiten in einem Bus doch ziemlich begrenzt, wenn sich ständig neue Szenarien entwickeln sollen. So saß ich nach ungefähr 30 Minuten tatsächlich da und dachte mir: „Ja, und jetzt? Wie soll das noch weitergehen?“ Genau an diesem Punkt kommt allerdings eine durchaus geschickte Wendung ins Spiel, die der Geschichte noch einmal eine andere Richtung gibt.
Der Film ist über weite Strecken auch wirklich unterhaltsam und die Motive der Jungs bleiben größtenteils nachvollziehbar. Zudem ist das Ende zwar schon ziemlich weit hergeholt, dafür aber alles andere als unoriginell. Mich erinnerte es ein wenig an einen Spike-Lee-Film mit Jodie Foster – mehr wird an dieser Stelle aus Spoilergründen allerdings nicht verraten.
Das größte Problem des Films sind mal wieder einige ziemlich unlogische Handlungen der Protagonisten. Hätten die Beteiligten an bestimmten Stellen einfach mal kurz ihren Verstand eingeschaltet, wäre es vermutlich gar nicht erst so weit gekommen. Aber gut – dann wäre der Film wahrscheinlich auch nach spätestens 45 Minuten vorbei gewesen und wir hätten alle früher ins Bett gehen können.
Für einen kleinen B-Movie gehen die schauspielerischen Leistungen vollkommen in Ordnung. Auch die Kameraführung ist gelungen, wobei mir besonders einige der Außenszenen gefallen haben. Optisch holt der Film aus seinen begrenzten Möglichkeiten jedenfalls einiges heraus.
Fazit: Unter dem Strich ein ordentlicher und durchaus unterhaltsamer Thriller, dem etwas mehr Logik und ein paar weniger glückliche Zufälle sicherlich gutgetan hätten. Trotzdem hat mich die Geschichte über weite Strecken bei der Stange gehalten.