Wolfen

Horror / Thriller

Regie: Michael Wadleigh

USA 1981


New York wird von einer mysteriösen Mordserie heimgesucht. Bereits mehrere Menschen wurden auf bestialische Weise getötet, ohne dass ein Zusammenhang zwischen den Fällen erkennbar wäre. Ein erfahrener Detective des NYPD schöpft jedoch bald einen furchtbaren Verdacht: Der Killer ist kein Mensch, sondern ein uraltes, übernatürliches Wesen, das sein Revier gegen Eindringlinge verteidigt.

Das Wort Flop trifft es eigentlich nicht annähernd, denn WOLFEN ging an den Kinokassen seinerzeit so richtig baden und interessierte zunächst kaum jemanden. Der Film hatte allerdings das Glück, direkt in das aufkommende Videozeitalter hineinzupassen und wurde über die Jahre dort immer bekannter, bis er sich schließlich sogar einen gewissen Kultstatus erarbeitet hatte.

Erstaunlicherweise hat der Streifen die Zeit ziemlich gut überstanden. Auch heute funktioniert die teilweise etwas krude Geschichte und die noch krudere, aber durchaus reizvolle Auflösung immer noch sehr gut und sorgt für effektive Horrorunterhaltung.

Natürlich wirken die Spezialeffekte heute etwas altbacken. Man könnte das alles deutlich spektakulärer umsetzen, aber genau diese Effekte machen auch einen großen Teil des Charmes aus. Vielleicht ist es sogar ganz gut, dass man hier nicht – wie etwa bei STAR TREK – später noch einmal digital Hand angelegt hat.

Erstaunlich ist außerdem, dass die ungeschnittene Fassung schon damals eine FSK-16-Freigabe bekam, denn es gibt hier durchaus einige blutige Szenen zu sehen – und in den 1980ern wurde so etwas normalerweise eher entschärft.

In der Hauptrolle sieht man Albert Finney, eigentlich ein britischer Charakterdarsteller, der hier ziemlich gegen den Strich besetzt wurde. Ihm zur Seite stehen ein junger Gregory Hines und Edward James Olmos, den damals noch kaum jemand auf dem Schirm hatte, bevor er später durch MIAMI VICE enorme Bekanntheit erlangte.

Regisseur Michael Wadleigh hingegen drehte nach diesem Kinoflop fast nichts Bedeutendes mehr, obwohl er zuvor mit seinem vielfach ausgezeichneten WOODSTOCK-Dokumentarfilm sogar den jungen Martin Scorsese ausgestochen hatte.

Ein ganz dickes Lob geht an Plaion, denn die Restauration des Films ist wirklich exzellent. Keine Blitzer, kaum Grieseln – hier haben die Techniker großartige Arbeit geleistet. Präsentiert wird das Ganze in einem schicken Mediabook als Erstveröffentlichung auf Blu-ray, was sicher viele Videotheken-Veteranen der 80er und 90er freuen dürfte.

Nicht jeder Kinoflop ist automatisch ein schlechter Film. WOLFEN beweist das eindrucksvoll. Der Streifen hat seine über 40 Jahre erstaunlich gut überstanden und ist auch heute noch absolut sehenswert.