Volition
Thriller / Science-Fiction
Regie: Tony Dean Smith
Kanada / 2019
James Odin hat hellseherische Fähigkeiten, und der Lauf seines Lebens scheint vorherbestimmt. Als Kind überlebte er als Einziger einen schweren Verkehrsunfall, bei dem auch seine Mutter starb. Der damals Siebenjährige hatte die Tragödie vorhergesehen, doch niemand glaubte ihm.
Mehr als 20 Jahre später nutzt James seine besondere Begabung für kleine Gaunereien, mit denen er sich über Wasser hält. Als er jedoch plötzlich eine Vision seiner eigenen baldigen Ermordung hat, versucht er, sein Schicksal zu ändern.
Eine durchaus interessante Geschichte, wie ich finde. Vor allem der extrem krasse Story-Twist in der Mitte des Films kommt wirklich völlig überraschend und gibt dem Streifen eine neue, sehr interessante Richtung – wenn man ihn schluckt, denn er ist schon recht weit hergeholt. Damit wechselt der Thriller fast schon in den Bereich der Science-Fiction.
Etwas mehr Budget hätte an der einen oder anderen Stelle sicher nicht geschadet. Trotzdem macht der günstig produzierte Streifen einen guten Eindruck. Die Schauspieler, die mir allesamt völlig unbekannt sind, wissen zu überzeugen. Auch die Regie von Tony Dean Smith ist ordentlich. Der Mann hat bereits mehrere Filme gedreht, die in Deutschland allerdings so unbekannt sind, dass keiner von ihnen auch nur eine einzige Bewertung bei der OFDb hat – was sich jetzt wohl ändern wird.
Und die wird gar nicht schlecht ausfallen, denn ich mag kleinere Produktionen, denen zwar das Budget fehlt, bei denen man aber deutlich merkt, dass hier alle engagiert bei der Sache waren. Auch das Ende weiß durchaus zu gefallen.
Es müssen ja nicht immer reihenweise Schießereien und Explosionen sein. Ich denke, als A-Movie wären hier ständig Kugeln geflogen und die Verfolgungsjagden deutlich ausgedehnter gewesen – was mich eher gestört hätte.
Wer hier allerdings einen reinen Thriller oder gar einen Actionfilm erwartet, liegt völlig falsch. Das durchaus gelungene Cover passt übrigens sehr gut zum Film.
Überraschend ist auch immer wieder, wie es ein doch so kleiner Vertrieb wie Lighthouse schafft, solch gute Synchronisationen hinzubekommen. Wenn ich mir da andere Veröffentlichungen ansehe, wird einem ja teilweise übel, wenn ein Sechzehnjähriger die Stimme eines Vierzigjährigen bekommt.
Fazit: Unterhaltsamer Streifen, der gegen Ende vielleicht einen Tick über das Ziel hinausschießt, aber trotzdem – oder gerade deswegen – durchaus sehenswert ist.