Violent Heart

Drama / Thriller

Regie: Kerem Sanga

USA / 2020


Vor fünfzehn Jahren musste Daniel den Mord an seiner älteren Schwester mitansehen. Bis heute fällt es ihm schwer, die Geschehnisse jener Nacht zu verarbeiten, zumal der Täter nie gefasst worden ist. Daniel, der zu spontanen Gewaltausbrüchen neigt und deshalb bereits eine Haftstrafe wegen Körperverletzung abgesessen hat, wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich wieder ein geregeltes Leben führen zu können.

Als er die aufgeschlossene und lebenslustige Schülerin Cassie kennenlernt, blüht der sonst meist introvertierte Daniel förmlich auf. Doch als Cassies Eltern von den heimlichen Treffen mit dem Straftäter erfahren, versuchen sie, die Beziehung mit allen Mitteln zu unterbinden. Als Cassie zufällig auf ein Beweisstück im Mordfall von Daniels Schwester stößt, beginnt sie, Nachforschungen anzustellen – und deckt dabei ein dunkles Geheimnis auf.

Die Sache mit dem Beweisstück kommt allerdings erst sehr spät, und bis dahin passiert eigentlich nicht viel. Jetzt werden sich einige wundern, wieso dann meine Bewertung so hoch ist. Ganz einfach: Auch wenn nicht viel passiert, kann das trotzdem – oder gerade deswegen – sehr gut sein.

Die Liebesgeschichte des ungleichen Duos wird sehr eindringlich geschildert. Auch die immer noch verbreitete These, dass ein Schwarzer und eine Weiße nicht zusammengehören – und schon gar nicht, wenn er älter ist –, scheint auch heute in Amerika noch in vielen Gegenden zu existieren.

Inmitten dieses ruhigen Dramas, das nur am Anfang und gegen Ende Elemente des Thrillers einbaut, liefert vor allem die mir gänzlich unbekannte Grace Van Patten eine überragende Leistung ab. Sie könnte problemlos als kleine Schwester von Shailene Woodley durchgehen – zumindest in diesem Film, so wie sie hier zurechtgestylt wurde. Auch schauspielerisch kann sie da mithalten, denn ihre Liebe zu Daniel verkörpert sie wirklich glaubwürdig und mit Leidenschaft.

Überhaupt sind die Schauspieler, die ich alle durch die Bank zuvor noch nie bewusst gesehen habe, ein großes Plus dieses kleinen B-Movies. Da die Geschichte anfangs nicht so viel hergibt, sind es gerade die Darsteller, die diesen Film tragen.

Dazu gibt es gegen Ende noch einen völlig überraschenden Twist, mit dem wirklich niemand rechnen kann – es sei denn, er ist Hellseher – und der einen gelungenen Abschluss unter einen letztendlich doch sehr traurigen Film setzt. Denn hier gibt es nur Verlierer.

Fazit: Einfühlsames, toll gespieltes Drama mit einigen Wendungen und sehr viel Sozialkritik, die aber nie aufgesetzt wirkt. Geheimtipp!

Was bedeuten die Chuckys?

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